Vom einfache(re)n Leben

Unsere Sommerwiese

Als wir hierher in die das Perigord gezogen sind war das auch verbunden mit dem Wunsch nach einem reduzierteren Leben. Der Ballast, den ich mit mir herumschleppte, bereitete mir schon lange kein Vergnügen mehr sondern nur noch Missmut. Die Freude war längst dahin und ich wollte viel von den Dingen, von denen ich einst glaubte, sie dringend zu brauchen, einfach loswerden.

Der Umzug war die erste Gelegenheit, die ich voller Enthusiasmus und voller Energie nutzte, um Dinge loszuwerden – Kleidung (viel), Schuhe (viel), Dekoration (viel), Küchenkram, Bücher … . Jeden Artikel nahm ich ganz bewusst in die Hände und hinterfragte, ob er mir im letzten Jahr Freude bereitet hat und ich ihn gebraucht habe (ist eine Formel). Alles, das diese Frage nicht mit »ja« beantworten konnte wurde verschenkt oder ist auf dem Recyclingmüll gelandet. Zu meiner Schande muss ich bekennen, dass das ziemlich viel war.

Mein komplexer Mann

Im zweiten Schritt habe ich mich entschlossen, nichts mehr zu kaufen, das ich nicht wirklich brauchen würde und um es vorweg zu nehmen, das ist wenig bis gar nichts. Der ganze Wohlstandsschrott verstopft nicht nur unsere Wohnungen sondern auch unsere Leben und raubt uns unsere Zeit. Und um ganz ehrlich zu sein, der Preis, den wir für die unnötigen Dinge bezahlen ist nicht Geld, sondern die Lebenszeit, die wir dafür brauchen, um dieses Geld zu verdienen.

Baden in der Dordogne

Die nächsten Schritte haben sich »quasi« von selbst ergeben

  • Nahrungsmittel alle verarbeiten – das ist einfacher als es sich anhört und vor allem kreativer
  • im Kleinen genießen (Genuss statt Übermaß)
  • mehr Zeit mit lieben Menschen verbringen und sich einfach in die Nacht hinein unterhalten (… und nicht jede Unterhaltung muss Sinn machen)
  • mehr Qualität statt Quantität (ein Paar guter Gummistiefel genügt für viele Jahre)
  • einfach in den Tag hinein leben – weniger planen und vor allem nicht perfekt sein wollen (ein Ziel das man sowieso nie erreicht)
  • zufrieden und dankbar sein für das, was man hat
  • unter seinen Verhältnissen leben dh auch zu wissen, dass immer noch Luft nach unten ist
  • Gewohnheiten und Einstellungen ändern (dazu werde ich gesondert schreiben)

In Summe bedeutet das Schlüsselwort »Einfachheit« und diese Einfachheit entrümpelt nicht nur das Äußere sondern auch das Innere. Letztendlich sind es die kleinen Dinge, die das Leben bereichern und das Glück, das wir spüren, wenn wir einem Vogel bewusst zuhören kann kein noch so tolles Shoppingcenter wettmachen.

A bientôt

4 Kommentare

  1. Jacqueline

    Das Kupferbecken erwartet mich für die Konfiure !
    Ja kleine Dinge sind wesentlich im Leben und ein Stück Glück, das stimmt !

    • Beatrice

      Ja das stimmt und wenn es Winter ist hat man den Geschmack des Sommers im Mund und das erwärmt das Herz

  2. Jacqueline

    Im August bereite ich Mirabel und Weinpfirsich ? (pêches de vigne) Marmelade… und Feigen ende August…

    • Beatrice

      ah… Mirabell haben wir auch, die sind köstlich.
      Pêches de vigne kenn ich noch nicht – haben Sie ein Rezept? Das wäre super – danke.
      Vielleicht gibt es auch für die Feigen ein typisch französisches Rezept – oder mehrere. Es gibt ja noch so viel zu lernen!!

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