Sturm im Paradies

Seit Tagen regnet es in Strömen und der Wind weht so stark, dass man manchmal das Gefühl hat, das Dach würde davonfliegen. Alles was mich an Tagen wie diesen aus dem Haus treibt ist ein kleiner Spaziergang, der Weg zum Vogelhäuschen um die Vögel zu füttern (das mach‘ ich im Gemüsegarten von Zeit zu Zeit) und um ganz einfach die Natur zu spüren.

Natürlich muss ich vorsichtig sein, denn es gibt sehr viele Bäume hier und manche sind schon sehr alt – herabfallende Äste sind gefährlich. Doch ich liebe den Gesang des Windes in den Bäumen, seine Stärke (manchmal habe ich das Gefühl er bläst mich fort) und seine reinigende Wirkung.

Nach Stürmen wie diesen sind die Bäume frei von den alten, morschen Ästen, die Wiesen von den gefallenem Laub des Winters und sogar die Blumen versuchen ein bisschen den Wind in der Nase zu spüren, denn sie strecken, just wenn er über das Land streift, ihre Köpfe neugierig heraus.

Bei einem solchen Wetter ist man alleine – ich bin mir sicher, die wenigen die mich draußen sehen halten mich für ein wenig verrückt. Man spürt die Regentropfen im Gesicht, man atmet tief durch und fühlt … Leben und eine große Ruhe breitet sich in meinem Inneren aus.

Wenn ich zurück komme, mache ich immer eine kleine Runde durch den Gemüsegarten (ich weiß, das täglich Wachstum bewegt sich im Millimeterbereich aber …) und dabei konnte ich schon einige wunderbare Dinge entdecken. Der Borretsch hat sich heuer selbst ausgesät – ich bin sooo stolz. Die Ringelblumen haben bereits ihre ersten Blüten, der Schnittlauch ist schon reif zum ersten Schnitt, die Erdbeeren wagen sich schon heraus, die Mirabellen sind voller weißer Blüten und die Himmelschlüssel bedecken die Felder wie ein kleiner gelber Teppich.

Drinnen laufen auch schon die Vorbereitungen für den Frühling – ich nähe neue Überzüge für die Gartenmöbel. Auf dem Markt in St. Cyprien konnte ich einige schöne Sommerstoffe kaufen und die werden jetzt verarbeitet – schließlich sollte sich das Licht des Südens auch im Hausinneren zeigen können.

A bientôt

3 Kommentare

  1. Monika Ruckenbiel

    Hallo parismatch,

    habe heute abend* deinen Thread ‚Bruno ich komme‘ entdeckt und in einem Rutsch durchgelesen, sehr schön und interessant zu lesen.

    Ich habe den Garten meiner Schwiegermutter nach derem Ableben in einen Bauerngarten geändert. Bei ihr war alles mit dem Maßband und Winkel gepflanzt. Die Nachbarn beäugten mein Tun und konnten es nicht fassen, dass eine Städterin dickere Kartoffeln erntete als sie selbst.

    Die alten Tomatensorten, die sehr resistent sind, wie du geschrieben hast… wie heißen die Sorten? Vielleicht bekomme ich die Samen hier.

    Ich freue mich sehr, weiter deine Beiträge lesen zu dürfen und grüße herzlich nach Frankreich … Monika

    *Das war am 27.2.2020!

    • Beatrice

      Liebe Monika,
      vielen Dank für Dein Kompliment das ich sofort zurückgeben muss – einen Bauerngarten zu gestalten ist ein herausforderndes Projekt und erfordert viel Kenntnis und ist viel Arbeit – Kompliment. Wenn ich ein paar Ideen brauche und Fragen habe kann ich mich dann an Dich wenden? Bin immer froh Frauen zu kennen, von denen ich etwas lernen kann.

      Das mit den Nachbarn kann ich mir lebhaft vorstellen aber Du scheinst Deine Sache wirklich gut zu machen und vor allem verstehst Du etwas davon – super.

      Gerne kann ich Dir die Tomatensorten nennen – Calabache Rouge, Joyaux d’Idaho, Montplaisir, Prince Borghèse und Landaise. Wenn Du sie in Deutschland nicht findest kann ich Dir gerne seine Webseite nennen, vielleicht liefern sie auch ins Ausland. Seine Philosophie ist ja, dass Gemüse, das unter harten Bedingungen trotzdem gut gedeiht, dies genetisch sozusagen in den Samen weitergibt und der Erfolg gibt ihm Recht. Ich habe noch Salate, Wasser- und Zuckermelonen und Blumenkohl bei ihm bestellt.Bin schon gespannt.

      Ich wünsche Dir gutes Gärtnern und sende liebe Grüße nach Deutschland

      Beatrice

      • Monika

        Guten Morgen Beatrice,
        danke für deine Information über die Na von men der Tomaten. Ich habe sie bei google eingegeben und fast alle Sorten kann ich hier unter einem deutschen Namen bekommen. Bei den großfrüchtigen Tomaten dauert die Reifung etwas lang, so daß ich die Sorte ‚Berner Rose‘ und ‚Andenhorn‘ ausgesät habe. Gerade schaute ich auf mein Mini-Fensterbank-Gewächshaus und sie keimen fast alle.

        Ich lese gern deine Beiträge und bin begeistert von den Fotos. Die Vegetation ist bei dir schon weit fortgeschritten, was die Blumenwiese bestätigt. Hier blühen die Margeriten Ende Mai bis in den Juni hinein.

        Gestern konnte ich den ersten Feldsalat (im Dorf heißt das ‚Nüsschen‘) ernten. Den hatte ich im September 2019 ausgesät. Er ist winterhart und wächst dann zeitig im Frühjahr bei warmen Temperaturen zur Ernte. Auf deinen Fotos konnte ich ihn nicht sehen. Übrigens schaut dein Garten auch wie ein Bauerngarten aus. Die Lupinen, hast du sie für die Vase? Neulich sah ich einen Beitrag im TV, dass sie eßbar seien.

        Die momentane virale Entwicklung und die Folgen für die Menschheit weltweit wird hoffentlich zum Nach- und Umdenken führen und wir neu lernen, unser Leben zu entschleunigen. Das ist mir schon länger für mich klar und reduziere das Tempo im Alltag.
        Du hast darüber auch nett geschrieben, dass das bei deinen Nachbarn ebenfalls umgesetzt wird. Die Kontaktminimierung ist eine Chance, den eigenen Lebensstil neu zu überdenken…

        Wünsche dir eine wunderschöne Restwoche, lieben Gruß gen Süden, Monika

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