Gestern wollte ich mir ein Stückchen Normalität gönnen und habe den Markt in Le Bugue besucht. Der Parkplatz war zwar nicht mehr so voll wie immer und von den Marktständen nicht einmal ein Drittel vorhanden, aber immerhin, er war noch da wie schon seit 700 Jahren ohne Unterbrechung und er wird auch Corona überleben.

Die Brücke über die Vézère war belebt, aber das fröhliche Geplauder ist leiser geworden und die sonst angeregt plaudernden Grüppchen haben sich aufgelöst, man diskutiert aus sicherem Abstand aber man diskutiert, denn das wird man den Franzosen nicht abgewöhnen können. Da bleiben sie standhaft – wie im Widerstand.

Küsschen sind ja eine Art Nationalheiligtum und als der Präsident der Republik seine erste Ansprache an die Nation vor versammelten Journalisten hielt, war die allererste und damit dringlichste Frage ob denn nun auch die »bises« verboten wären, was natürlich mit JA beantwortet werden musste. Es war still im Saal, sehr still und ich will mir gar nicht vorstellen, was in den Köpfen der Franzosen vor sich gegangen ist. Ein Ritual, das alles überdauert hat und wofür die Menschen in Frankreich stehen wurde einfach über Nacht abgeschafft. Und tatsächlich fehlt es im Straßenbild.

Nachdem ich Gemüse und ein Hühnchen für meinen Mann eingekauft hatte, bin ich noch schnell in die Kooperative gefahren, um Blumen für Manon zu besorgen – sie hatte ja gestern Geburtstag und sie ihr auf die Terrasse zu stellen und gemeinsam mit meinem Mann ein Ständchen zu singen – in fünf Sprachen. Darüber war die Freude wie immer sehr groß und wir konnten doch noch ein paar Scherze austauschen und herzlich lachen.

Na ja und auch von Commissaire Maigret wird es eine Fortsetzung geben, denn die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

A bientôt