Gestern war es endlich soweit, wir haben das erste Mal auf der Terrasse zu Abend gegessen und ein Fläschchen »Crement« aufgemacht, um den Erfolg unserer letzten Wochen harter Arbeit zu zelebrieren. Natürlich ist die Arbeit noch nicht zu Ende aber auch in Zeiten der Quarantäne darf man das Feiern kleiner Teilerfolge nicht vergessen.

Am Morgen, wenn ich mich mit den Hunden zu unserem täglichen Spaziergang auf den Weg mache, gehe ich immer durch unsere Wildblumenwiese, in der es nicht nur eifrig blüht sondern in der auch die Stimmen des Sommers zu hören sind, die Grillen. Sie zirpen was das Zeug hält und werden nur noch von den Zikaden übertroffen, die ich so gerne am Abend, draußen auf der Terrasse höre.

Der Gemüsegarten ist nun fertig gestellt, die Kletterhilfen wurden von meinem »komplexen Mann« mit viel Liebe und Material aus unserem kleinen Wäldchen hergestellt, die Samen gesät und die ersten kleinen Pflänzchen gepflanzt. Wie eine Löwin ihre Beute umkreise ich mehrmals täglich den Garten, als ob ich den Pflanzen beim Wachsen zusehen könnte – aber es ist einfach nur schön.

Klettergarten für Melonen

Mit dem gemähten Gras könnten wir schon bald unsere eigenen Tiere halten und – ach ja – da sind die Gedanken an die Tiere, die auf uns warten, um vielleicht in das neue Zuhause umzusiedeln. Ich bin ja fest der Meinung, dass die Tiere uns finden werden, nicht wir sie. Und wenn die Quarantäne vorüber ist, wer weiß, wer bei uns einzieht? Das Hühnerhaus musste in den letzten Wochen noch ein wenig warten aber wenn wir etwas haben, dann ist es Zeit. Wir haben uns entschlossen, keine fertigen Produkte zu kaufen, sondern aus den Materialien, die wir im Wald finden, selbst Dinge herzustellen. Das ist zwar mühsamer aber letztendlich sind sie schöner und stabiler.

Gurkenklettergerüst

Und ja, die alten Weinstöcke, die ich gefunden und geschnitten habe, treiben aus und brauchen jetzt Hilfe, damit sie in die richtige Richtung wachsen. Sie sind stark und sehr alt, wie mir Lilou versichert hat. Sie waren schon da, als sie Arthure geheiratet hat und von ihrem Nachbardorf hierher an den kleinen Weiher gezogen ist.

Die ersten Kletterrosen

Manchmal erzählt sie mir von dem Leben in diesen fernen Tagen und sie hat mir auch die Quelle gezeigt, wo alle Frauen zusammengekommen sind, um ihre Wäsche zu waschen und ihre Neuigkeiten auszutauschen.

Alte Egge von Arthure

Gerade ist Arthure mit seinem alten Traktor vorbeigefahren, mit einem seiner Hunde auf der Kühlerhaube, um gemütlich an seinen Arbeitsplatz zu fahren, seiner »Cabane« um an seinen Weinfässern zu arbeiten und seinen Gemüsegarten, hinter der Hütte zu bearbeiten.

Unsere Blumenwiese

Es ist ein ruhiges Leben, einfach und auf das Wichtige reduziert und das ist es, was in meinen Augen den Menschen glücklich macht.

A bientôt