Geschichte und Perigord sind zwei Begriffe, die nicht voneinander zu trennen sind. Bis in die Gegenwart begegnen wir ihren Zeugnissen, die mit ihren Anfängen einen Zeitrahmen von 40 000 Jahren umfassen. Gefunden Werkzeuge legen Zeugnis davon ab, dass diese Gegend bereits vor ca. 2 Millionen Jahren von Menschen, die das Feuer nutzten, einfache Steinbearbeitung kannten und Großwild jagten, besiedelt war. Abgelöst durch den Neandertaler musste dieser wiederum vom Cro-Magnon-Menschen „das Feld räumen“. Ob sich das allerdings tatsächlich so abgespielt hat, liegt nach wie vor im Dunkeln. Was jedoch geblieben ist sind die Zeugen dieser Zeit, die unglaublichen Felsbilder, deren Tiermalereien mit den Jahrtausenden perfektioniert wurde.

Mit den Römern kommt es in der Region zu einer städtischen Entwicklung, die bis ins frühe Mittelalter anhält. Die Römer hatten sich das Périgord schon unterworfen, bevor Caesar das erste Mal nach Gallien kam. In diese Epoche fallen auch die Einführung sogenannter Kulturpflanzen wie zB Wein, Edelkastanien, Walnüsse und Tabak, die noch heute das Bild dieser Region prägen. Danach folgen Jahrhunderte der Auseinandersetzung mit England in denen die Provinz Aquitanien abwechselnd zu den Franzosen und dann wieder zu den Engländern wechselt. Am 17. Juli 1453 konnten die Franzosen dann endgültig die Schlacht bei Castillon für sich entscheiden und damit das Ende der englischen Besitztümer in Frankreich einläuten.

Der Name Périgord leitet sich vom keltischen Volksstamm der Petrocorier ab. Eine Besonderheit muss erwähnt werden – die Gebietsgrenzen haben sich in den letzten 2000 Jahren nur minimal verändert. Die Hauptstadt des Perigord ist Périgueux und seine Einwohner nennen sich Périgourdins, die sich besonders durch ihren Freiheitsdrang und ihren liebenswürdigen Stolz auf ihre Region hervortun.

Um Irrtümer zu vermeiden – das Gebiet des Perigords entspricht heute dem Département Dordogne und ist damit Teil des Nouvelle-Aquitaine und die südwestlichste französische Region. Zwischen den Ausläufern des Zentralmassifs und der Ebene von Guyenne gelegen und leicht nach Südwesten abfallend, wird es fächerartig von den Flüssen Drohne, Isle, Auvézère und Vézère durchströmt, die ihre anfangs stürmischen doch bald ruhigen Wasser im Süden mit der majestätisch dahinfließenden Dordogne vereinigen.

Trotz des Fehlens einer landschaftlichen Einheit zeigt jedoch das Perigord gemeinsame Züge: ein mildes Klima ohne Stürme und eine strahlende Sonne, die das Grün der Landschaft hell aufleuchten lässt, es aber nicht verbrennt. Die Natur hat sich nicht zu großartigen Schauspielen – Berggipfel, Gletscher, Wüsten und Meere – aufgeschwungen, doch ist sie nirgends sonst harmonischer und maßvoller.

Dieser Harmonie haben sie auch die Erbauer der zahlreichen Häuser, Adelssitze und Kirchen unterworfen und sie vollkommen an das Grün der Landschaft angepasst, dass sie wie natürlich gewachsen erscheinen. Das Tal der Dordogne wird auch das Tal der 1001 Schlösser genannt. Na dann …