Es braucht nur ein Samenkorn

Gestern, im milden Abendlicht bin ich noch einmal eine kleine Runde durch meinem Gemüsegarten gegangen und war erstaunt um das Wunder der Natur. Im letzten Herbst hatte ich zwei Salatpflanzen, die »ausgewachsen« sind und zu meiner Überraschung haben sie im ganzen Garten ihre Samen gestreut und so habe ich bereits im März viele kleine Salatpflanzen, die dazu noch sehr stark sind. Was lerne ich daraus? Manchmal übernimmt die Natur die »Arbeit« und zum Glück eines Gemüsegartens braucht es nur ein Samenkorn und Zeit.

Heute morgen habe ich mich entschlossen, nicht den vorgeschriebenen Zeiten zu folgen, sondern den Vorgaben der Natur und so werde ich heute meine zwei ersten Beete bereiten und weiter Salat ausstreuen und Tomaten. Ja ich wage es und werde sehen, was passiert. Über den Winter habe ich auch Eierschachteln gesammelt, die ich nun als Pflanzenwiege für einige Basilikumarten verwenden werde-ob es funktioniert? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht aber einen Versuch ist es wert.

Der Rosenkohl, der Grünkohl und der Kohl wachsen sich jetzt auch langsam aus und ich verwende für Suppen und anderes Gemüse, einfach den Strunk und die Blätter und kann nur sagen – es schmeckt wunderbar. Wir sollten es der Natur gleichtun und nichts verschwenden. Außerdem sind die zahlreichen gelben Blüten willkommene Nahrung für Wildbienen und Wildhummeln, die sich schon fleißig betätigen. Und wer weiß – vielleicht streuen sie sich ja auch selbst aus?

Die Ringelblumen haben nicht nur den Winter überdauert und zeigen schon ihre ersten kräftigen Blüten sondern haben auch ihre Samen gestreut und die ersten kleinen Pflänzchen strecken ihre Blätter mutig aus dem Boden. Was ich auch beobachten kann ist, dass die Samen, die sich ihren Platz selbst gesucht haben, besonders stark sind.

Die Erdbeeren haben bereits ihre ersten Blüten und werden von den Bienen und Hummeln schon fleißig bestäubt. Diese kleinen/großen Helferlein brauchen wirklich die Unterstützung des Menschen damit sie ihre Arbeit unbehelligt verrichten können dh naturnah gärtnern, ohne Pestizide und Plätze schaffen, damit sie einen Platz zum Überwinter finden. Dazu kommen abgestorbene Baumstümpfe in den Garten, Steine werden zu Häufchen aufgetürmt und Nischen geschaffen.

Ein Permagarten ist wirklich ein Lehrstuhl im Freien für den es neben Samen und Zeit auch eine gute Beobachtungsgabe braucht und Flexibilität. Nichts ist in Reih und Glied aber alles ist da – irgendwo taucht ein Pflänzchen auf, wo man es am wenigsten erwartet.

Hinter dem Haus explodiert unsere Wildblumenwiese und die Obstbäume stehen in voller Blüte. Sogar der alte Birnbaum, den ich »freigelegt« habe und der über 100 Jahre alt sein soll, treibt schon kräftig aus. Also wenn der alte Herr – oder vielleicht ist es eine Dame – nicht weiß, wann es Frühling ist, wer dann?

Dann nichts wie hinaus in den Garten und à bientôt

2 Kommentare

  1. Jacqueline

    wirklich tolles Haus und Garten auch !

    • Beatrice

      danke – wir fühlen uns sehr sehr wohl hier

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