So ein bisschen Widerstand gibt es in Frankreich ja immer. Kein Gesetz, das verabschiedet wird, ohne dass es mehr oder weniger kräftige Streiks gibt, keine Wahl, über die heftig diskutiert wird, keine gesellschaftlichen Ereignisse, ohne eindeutige Solidaritätsbekundungen und fremd bestimmen wollen sich die Franzosen schon gar nicht lassen. So war es auch im 2. Weltkrieg, in der Resistance.

Unser Nachbar, der Altbauer, war ein Kind, dessen Vater stark in der Resistance tätig war. Er war ein kleiner Junge und ihm wurde die Aufgabe zuteil, Nachrichten und Essen zu übermitteln.

Dazu gab es Schleichwege, von unserem Hameau, durch den Wald und voilà – plötzlich waren wir da, in einem kleinen Zentrum des Widerstandes – einem Ort, versteckt im Wald, wo die Männer die Befreiung Frankreichs vom Naziregime vorbereiteten.

Nachdem der Altbauer es mir gezeigt hatte wollte ich mit meinem Mann einen Spaziergang dorthin machen und uns bot sich eine große Überraschung. Der Wald war voll belebt, mit Menschen, die die Kleidung aus jener Zeit trugen, zwei alte Citroens aus den 30-er Jahren standen dort, Fahrräder, Essensboxen, die Schutzhütten waren original nachgebaut, es gab Funkgeräte, Betten, Waffen und … ein paar Esstische.

Ein kleines Dorf hat sich aufgetan, in der Männer aus ganz Frankreich, jung und alt, die Erinnerung aufrecht erhalten und die Geschichten von diesem Ort, von diesen Menschen, von dieser Zeit originalgetreu erzählen und auf alle Fragen eine Antwort haben.

Ich hatte viele Fragen und war beeindruckt, mit wie viel Begeisterung sie ihre Geschichte(n) weitergaben.

Es wurde Suppe in den alten Töpfen gekocht, so wie damals, mit Gemüse und Brot dazu und … der Wein durfte natürlich nicht fehlen.

Wir haben mitgegessen und mitgetrunken, die Begeisterung um uns herum aufsaugt und in diesem Moment habe ich sie verstanden – die Macht des Widerstandes.