Seit drei Tagen ist es wieder soweit. Sie tauchen mit großem Geschrei und Lärm am Horizont auf und nähern sich mit immer dominanter werdenden Lauten wie eine überdimensionale Wolke in der einsetzenden Dämmerung an – die Kraniche fliegen gen Norden in ihr Sommerquartier. Wir haben das große Glück dass diese wunderbaren Vögel im Herbst und im Frühjahr unser Haus überfliegen. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art, das mir kalte Schauer über den Rücken jagt.

Ihre Formationen sind pfeilförmig, allen voran die erfahrensten und kräftigsten Vögel und ganz hinten die jungen, die man am vermehrten Flattern der Flügel und ihrer Größe deutlich erkennt.

Der Kranich wird als »Vogel des Glücks« bezeichnet und in der keltischen Tradition wurde er für den Hüter des Ogham (keltisches Baumalphabet) gehalten.

Sinnbildlich läutet er eine Wende ein, der Winter ist vorbei und der Frühling mit seiner Wärme, seinem Licht und seiner Fröhlichkeit nähert sich mit Riesenschritten.

Als Krafttier ermahnt er zur Wachsamkeit und zeigt, wie man doch tiefenentspannt dem Leben und seinen Herausforderungen begegnen kann.

In China gilt er als das Symbol der Langlebigkeit und in Japan als Zeichen für Treue, Liebe und langanhaltendes Eheglück.

Legenden zufolge erreicht der Kranich ein greises Alter in dem er ab dem sechshundertsten Jahr keine Nahrung sondern nur mehr Wasser aufnimmt.

Sogar die Shaolin-Mönche gewähren ihm, neben dem Drachen, dem Tiger, dem Leoparden und der Schlange, einen Platz in den BIG FIVE ihrer Standardtiere ein. Zu verdanken hat er das seiner Kraft, seiner Eleganz und seiner Natürlichkeit.

Dann herzlich willkommen Du wunderbarer Vogel!