Quarantäne Adieu

… und willkommen Leben. Ja ich weiß, in den letzten Wochen habe ich mich rar gemacht, zumindest beim Schreiben denn das Leben hat sich zum großen Teil draußen abgespielt – im Gemüsegarten, hinter dem Haus, vor dem Haus und… bei Freunden.

Nach dem Aufheben der Quarantäne bin ich erstmals wieder am Montag auf unseren kleinen Markt in Sainte Alvère gegangen und am Dienstag nach Le Bugue. Alle Händler waren da und man konnte die Freude über die neue Freiheit förmlich spüren aber vor allem hören. War es in den letzten Monaten still, unheimlich still manchmal, so war endlich wieder lautes Stimmengewirr zu hören. In den Gärten wurden die Tische aufgestellt und erste Freunde mit lautem Lachen begrüßt, mit den Händlern wurde viel gequatscht- man hat sich ja lange nicht gesehen, Freunde haben sich begrüßt und sogar die Hunde hatten wieder ihre Freude.

Einen Geburtstag konnten wir auch wieder feiern (mein Mann) und erstmals seit Monaten war der Jungbauer und seine Frau wieder vereint mit uns an einem Tisch. Es wurden Neuigkeiten ausgetauscht und über die Entscheidungen der Politik diskutiert. Vor allem aber wurde viel gelacht und wir haben uns um ein Uhr Früh voneinander verabschiedet.

Im Garten haben die Kröten Nachwuchs bekommen – sie sind jetzt zu fünft – und sind wunderbare Helfer gegen meine Nacktschnecken. Seitdem diese total aus dem Gemüsegarten verschwunden sind – durch nächtliches Entfernen und mit Hilfe der Kröten – blüht und gedeiht alles.

Das Wetter ist herrlich, bei bis zu 32 Grad kann man schon das Schwimmbad genießen und was das Schöne in dieser Gegend ist – es regnet immer wieder einmal zwischendurch, sodass die Natur förmlich explodiert.

Der Altbauer musste einen schweren Verlust hinnehmen – 12 seiner 15 Hühner überlebten eine Raubtierattacke nicht (wer es war ist nicht ganz klar) und so wurde das Freigelände mit Hilfe aller Nachbarn mit einem großen Netz überspannt. Und morgen am Mittwoch kommen die neuen Hühner, was natürlich gefeiert werden muss.

Die Wiese wurde zum ersten Mal gemäht (es duftet herrlich nach Heu) und sogar die Kühe haben ihre Freude am satten Grün der Wiesen, obwohl sie von der Quarantäne nichts mitbekommen haben.

Tja und morgen, den zweiten Juni gehen die Restaurants, Bars, Kaffeehäuser, Parks, Vergnügungsparks, Campingplätze, Museen und sonstiges wieder auf. Die Auflagen sind streng aber die Menschen haben sich daran gewöhnt. Was soll’s, besser als zu Hause sitzen ist es allemal.

Die Tomatenstauden tragen schon viele Früchte, so wie er ganze Gemüsegarten sich wieder in eine kulinarische Speisekammer verwandelt. Man kann seinen frischen Salat wieder mit frischen Kräutern würzen und frische Blumen auf den Tisch stellen.

Das Leben ist wieder zurück gekehrt – mit allen Sinnen – es ist schön.

A bientôt und diesmal früher – versprochen!

Das erste Mal

… nein nicht was Sie jetzt gerade denken. Aber im Frühling gibt es so viele erste Male. Die ersten Schwalben sind hier und bei den Nachbarn gibt es noch richtige Schwalbennester im Stall, die fast alle schon besetzt sind. Es ist so schön, ihnen bei ihrem Flug zuzusehen und sie sind ja auch richtige Wetterboten. Der erste Bienenschwarm der mit seiner Königin eine Bleibe gesucht und gefunden hat. Wie eine große laute Wolke sind sie über uns hinweggeflogen und beim Nachbarn gelandet. Die ersten Kraniche, über die ich ja schon geschrieben habe. Die ersten Blüten und ja, auch der erste Sonnenbrand gehört dazu, den ich mir letzte Woche eingefangen habe. Und der Höhepunkt sind immer die ersten Wildblumen auf unserer Wiese hinter dem Haus.

Der erste Holunder von unserem Baum und der erste Holundersaft. Schon der Duft seiner Blüten regt zum Träumen an. Der erste Löwenzahnhonig von unserer Wiese, die ersten Schmetterlinge und die ersten Bienen. In einem alten Baum habe ich ein riesiges Hornissennest entdeckt. Diese sanften Riesen werden zu Unrecht gefürchtet, da sind Wespen viel gefährlicher. Und manchmal kommt die eine oder andere uns besuchen.

Das erste Sommergewitter, das vor ein paar Tagen mit lautem Krachen und dem ersehnten Regen über uns hinweggezogen ist und nur Gutes hinterlassen hat. Ich liebe Gewitter, sie besitzen ein Urkraft, die hör-, seh- und spürbar ist. Das laute Donnergrollen ist schon von Weitem wahrnehmbar und warnt die Menschen, sich in ihre Häuser zu begeben.

Der erste Ausflug in die Natur, den man auch in Quarantäne gut machen kann. Das erste Vogelgezwitscher am Morge, das erste Mal Essen im Freien. Die ersten Kräuter, die in den Salat und ins Essen kommen. Der erste Biospargel, von einem Bauern ganz in der Nähe, der ganz hervorragend schmeckt.

Der erste Haarschnitt, den ich meinem Mann verpasst habe und der gar nicht so schlecht war und meinen Mann dazu veranlasst hat, sich in Zukunft den Friseur zu sparen.

All diese ersten Male sind kleine Höhepunkte, die unser aller Leben bereichern und es erst spannend und schön machen.

A bientôt

Markt in Quarantäne

Gestern wollte ich mir ein Stückchen Normalität gönnen und habe den Markt in Le Bugue besucht. Der Parkplatz war zwar nicht mehr so voll wie immer und von den Marktständen nicht einmal ein Drittel vorhanden, aber immerhin, er war noch da wie schon seit 700 Jahren ohne Unterbrechung und er wird auch Corona überleben.

Die Brücke über die Vézère war belebt, aber das fröhliche Geplauder ist leiser geworden und die sonst angeregt plaudernden Grüppchen haben sich aufgelöst, man diskutiert aus sicherem Abstand aber man diskutiert, denn das wird man den Franzosen nicht abgewöhnen können. Da bleiben sie standhaft – wie im Widerstand.

Küsschen sind ja eine Art Nationalheiligtum und als der Präsident der Republik seine erste Ansprache an die Nation vor versammelten Journalisten hielt, war die allererste und damit dringlichste Frage ob denn nun auch die »bises« verboten wären, was natürlich mit JA beantwortet werden musste. Es war still im Saal, sehr still und ich will mir gar nicht vorstellen, was in den Köpfen der Franzosen vor sich gegangen ist. Ein Ritual, das alles überdauert hat und wofür die Menschen in Frankreich stehen wurde einfach über Nacht abgeschafft. Und tatsächlich fehlt es im Straßenbild.

Nachdem ich Gemüse und ein Hühnchen für meinen Mann eingekauft hatte, bin ich noch schnell in die Kooperative gefahren, um Blumen für Manon zu besorgen – sie hatte ja gestern Geburtstag und sie ihr auf die Terrasse zu stellen und gemeinsam mit meinem Mann ein Ständchen zu singen – in fünf Sprachen. Darüber war die Freude wie immer sehr groß und wir konnten doch noch ein paar Scherze austauschen und herzlich lachen.

Na ja und auch von Commissaire Maigret wird es eine Fortsetzung geben, denn die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

A bientôt

Gut Ding braucht Weil

Gestern war es endlich soweit, wir haben das erste Mal auf der Terrasse zu Abend gegessen und ein Fläschchen »Crement« aufgemacht, um den Erfolg unserer letzten Wochen harter Arbeit zu zelebrieren. Natürlich ist die Arbeit noch nicht zu Ende aber auch in Zeiten der Quarantäne darf man das Feiern kleiner Teilerfolge nicht vergessen.

Am Morgen, wenn ich mich mit den Hunden zu unserem täglichen Spaziergang auf den Weg mache, gehe ich immer durch unsere Wildblumenwiese, in der es nicht nur eifrig blüht sondern in der auch die Stimmen des Sommers zu hören sind, die Grillen. Sie zirpen was das Zeug hält und werden nur noch von den Zikaden übertroffen, die ich so gerne am Abend, draußen auf der Terrasse höre.

Der Gemüsegarten ist nun fertig gestellt, die Kletterhilfen wurden von meinem »komplexen Mann« mit viel Liebe und Material aus unserem kleinen Wäldchen hergestellt, die Samen gesät und die ersten kleinen Pflänzchen gepflanzt. Wie eine Löwin ihre Beute umkreise ich mehrmals täglich den Garten, als ob ich den Pflanzen beim Wachsen zusehen könnte – aber es ist einfach nur schön.

Klettergarten für Melonen

Mit dem gemähten Gras könnten wir schon bald unsere eigenen Tiere halten und – ach ja – da sind die Gedanken an die Tiere, die auf uns warten, um vielleicht in das neue Zuhause umzusiedeln. Ich bin ja fest der Meinung, dass die Tiere uns finden werden, nicht wir sie. Und wenn die Quarantäne vorüber ist, wer weiß, wer bei uns einzieht? Das Hühnerhaus musste in den letzten Wochen noch ein wenig warten aber wenn wir etwas haben, dann ist es Zeit. Wir haben uns entschlossen, keine fertigen Produkte zu kaufen, sondern aus den Materialien, die wir im Wald finden, selbst Dinge herzustellen. Das ist zwar mühsamer aber letztendlich sind sie schöner und stabiler.

Gurkenklettergerüst

Und ja, die alten Weinstöcke, die ich gefunden und geschnitten habe, treiben aus und brauchen jetzt Hilfe, damit sie in die richtige Richtung wachsen. Sie sind stark und sehr alt, wie mir Lilou versichert hat. Sie waren schon da, als sie Arthure geheiratet hat und von ihrem Nachbardorf hierher an den kleinen Weiher gezogen ist.

Die ersten Kletterrosen

Manchmal erzählt sie mir von dem Leben in diesen fernen Tagen und sie hat mir auch die Quelle gezeigt, wo alle Frauen zusammengekommen sind, um ihre Wäsche zu waschen und ihre Neuigkeiten auszutauschen.

Alte Egge von Arthure

Gerade ist Arthure mit seinem alten Traktor vorbeigefahren, mit einem seiner Hunde auf der Kühlerhaube, um gemütlich an seinen Arbeitsplatz zu fahren, seiner »Cabane« um an seinen Weinfässern zu arbeiten und seinen Gemüsegarten, hinter der Hütte zu bearbeiten.

Unsere Blumenwiese

Es ist ein ruhiges Leben, einfach und auf das Wichtige reduziert und das ist es, was in meinen Augen den Menschen glücklich macht.

A bientôt

Commissaire Maigret

Wer aus der Generation 50-er kennt ihn nicht den berühmten Commissaire Maigret, der elegant, die Pfeife im Mundwinkel, die schwierigsten Fälle gelöst hat oder die berühmte Miss Marple, die mit scharfem Verstand und weiblicher Raffinesse in die dunkelsten Ecken der menschlichen Seele blicken konnte.

Aber das haben wir hier auf unserem kleinen Weiher auch in Form unserer Nachbarin, der Jungbäuerin. Ausgerechnet am Osterwochenende bekam ich einen Anruf von ihr »Beatrice, kannst Du bitte kommen, im Nachbarhaus steht das Fenster offen und es dringen so komische Geräusche nach außen«.

Auch mein detektivischer Instinkt war geweckt, schließlich war mein Urgroßvater Hauptkriminalkommissar in Wien, wie mir meine Mutter immer voller Stolz erzählt hat. Also mache ich mich auf den Weg, bewaffnet mit meinem Handy.

Manon steht schon vor dem Haus. Ihre Silhouette ist nicht zu übersehen, klein, ein wenig rund, mit einem riesigen Mobiltelefon um die füllige Taille, was sich nicht gerade vorteilhaft auswirkt, ihr Hütchen auf dem Kopf, das ihre pfiffigen, wachen Augen hervorblicken lässt. In ihrer rechten Hand hält sie einen langen Stock, der sonst zum Abholen der Kühe vom Feld bestimmt ist und begleitet von ihrer treuen Begleiterin »Coquette«, einer Hütehündin.

In Zeiten von Corona verzichten wir natürlich nicht nur auf die obligatorischen Küsschen sondern halten auch wirklich konsequent Abstand. Und tatsächlich, als ich ankomme, nicht gerade leise, höre ich laute, diffuse Geräusche aus dem Haus. Das Haus steht leer, weil die Besitzer bei ihren Kindern in England zu Besuch waren und es vor Sperren nicht mehr geschafft haben, rechtzeitig, bevor die Grenzen zumachen, nach Hause zu kommen.

Pierre, ihr Ehemann wurde noch zur Verstärkung hinzugerufen, sicher ist sicher. Auch er war bekleidet mit einem etwas größeren Stock und seiner obligatorischen Schildmütze, die in nicht sehr diskretem Gelb von weitem leuchtete. Sie hatte die Schlüssel (wie immer wenn die Nachbarn verreisen) und wir treten ein. Es war still, unheimlich schon fast, aber Manon, allen voran, geht furchtlos von Raum zu Raum, klopft mit dem Stock an jede Tür und brüllt gleichzeitig »y a-t-il quelqu’un?«. Na ja, ob da wirklich jemand antwortet? Und tatsächlich, als wir im untersten, letzten Zimmer ankommen, steht das Fenster weit offen. Es war klar, hier musste jemand geflohen sein. Das wurde auch durch die Spuren im Gras vor dem Fenster von Manon belegt.

Pierre hat sich mittlerweile als Schlusslicht diskret hinter uns streitbaren Damen durch das Haus geschlichen, jederzeit zur Flucht bereit, falls etwas passieren sollte.

Wieder am Tageslicht hat natürlich Lilou, die Altbäurin und Arthure, der Altbauer sich erkundigt, ob wir was gefunden hätten. Ja haben wir, das Fenster war offen, offenbar hat jemand übernachtet – ach ja und das Bett war zerwühlt, die Spuren waren eindeutig. »Und, habt Ihr auch unter den Betten nachgesehen?« Das hatten wir in unserer Aufregung wohl übersehen. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag und wer weiß, vielleicht kommt er ja zurück. Heute ist jedenfalls ein wunderschöner Tag und den genießen wir erst einmal.

A bientôt

Erwachen

Das wird jetzt ganz oft der Fall sein

Es ist früher Morgen, die letzten Träume verflüchtigen sich, das Tageslicht verdrängt das Dunkel der Nacht und plötzlich ist sie da – die Amsel. Ihr komplexer Gesang, die Variationen und die gurgelnden Töne dominieren den Morgen. Sie singt, als ob sie alle aufrufen möchte »raus aus Euren Federn, raus aus Euren Verstecken, lasst uns den Tag zusammen feiern«. Langsam scheinen ihrem Weckruf mehr und mehr Vögel zu folgen und bald ist die Luft erfüllt von unzähligen Vogelstimmen, die den Morgen mit ihrem vielfältigen Gesang erfüllen.

Kirschbäume

Mich hält nichts mehr, ich muss hinaus. Und es lohnt sich immer. Die Luft ist klar und sauber. Der Wind weht sanft durch die Blätter und die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite, so als ob sie sagen wollte »seht her Menschen, gönnt uns doch ein wenig Ruhe, damit auch wir uns erholen können, wir werden es Euch mit unserer vielfältigen Schönheit danken.« Mit einer Tasse Tee sitze ich demütig auf unserer Terrasse und lausche.

Dann muss ich doch einen kleinen Rundgang machen, dann seit Mitte dieser Woche hat mein Garten Zuwachse bekommen, einige Heilkräuter, ein wenig Gemüse und viele Samen, die jetzt bei kühlen Nächten aber Tagestemperaturen um die 23 Grad ihre Köpfe rausstrecken.

Beinwell

Meine Aloe Vera hat im Wohnzimmer gut überwintert und ist jetzt reif für den Garten. Der Dill sprießt bereits, die Angelika ist ausgesät, die Eberraute ist noch sehr bescheiden, der Wermut und der Estragon sind schon ein wenig größer, die Schwarznessel sprießt was das Zeug hält, der Borretsch ist ein gern gedeckter Tisch für die Wildbienen, die Ringelblume vermehrt sich fleißig, der chinesische Schnittlauch ist noch sehr bescheiden, die Kamille zeigt erstes zartes Wachstum, die Wegwarte ist zahlreich in unserer Wiese, das Maiglöckchen hat bereits erste Blüten ausgebildet, der Achterschachtelhalm ist bereits groß und und und… hinzugekommen sind der gelbe Cosmos, Rhonen, Kohlrabi und Gurken, Beinwell, Ysop, die blaue Kornblume (auf deren natürliche Ausbreitung ich hoffe) und die gute alte Studentenblume, das Johanniskraut ist bereits da, genauso wie die Iris, der Lavendel (verschiedene Sorten), Geißblatt, Malve, Zitronenmelisse, Minze, Indianernessel, Basilikum, Oregano, Majoran, Mohn, Petersilie, die Schlüsselblume, die Primel, die kleine Braunelle, der Rosmarin, der Sauerampfer (kultiviert und wild), Salbei, Holunder, Seifenkraut, Hauswurz, Goldrute, Beinwell, Thymian, Veilchen und viele viele rote Spornblumen, die sich auf den Mauern breit machen.

Aloe

Den Reichtum unserer Blumenwiese, das habe ich mir vorgenommen, werde ich diesen Sommer reichlich erforschen und dokumentieren, es gibt dort einen Reichtum, den ich seit meiner Kindheit nicht mehr erleben durfte. Meine Ausrüstung wird eine Kamera sind und ein Blumenbuch, um sie zu bestimmen.

Farn

Aber jetzt setze ich mich erst einmal auf die Terrasse und genieße die Ruhe, die Stimmen der Natur und die Sonne auf meiner winterblassen Haut.

Feigenbaum

A bientôt

Schwarznessel

Quarantäne im Paradies

Unser 100-jähriger Birnbaum

Die Welt hält wegen eines kleinen Virus den Atem an und ganz egal ob man Radio hört oder andere Kanäle zur Information benutzt, er verfolgt uns bis in den kleinsten Winkel. Frankreich hat seit mehr als einer Woche eine totale Ausgangssperre verhängt und das Land scheint, wie viele andere Länder auch, still zu stehen.

Auch wir halten uns strikt daran. Der Jungbauer bearbeitet sein Feld nur mehr in Begleitung seines Ausgehscheines, seine Frau hat ihm zur Erledigung seiner Besorgungen liebevolle Masken genäht, der Altbauer bearbeitet seinen Gemüsegarten und man grüßt sich und tauscht seine Neuigkeiten aus sicherer Entfernung und von Garten zu Garten aus. Es scheint fast alles ein bisschen wie immer aber eben nur fast.

Man denkt viel an seine geliebten Menschen, seine Kinder, seine Familie generell und seine Freunde. Man tauscht sich aus, öfter als sonst und schickt sich liebevolle Nachrichten, die Mut machen und schöne Musik von oft unbekannten Musikern, die ihre Gedanken mit der Welt teilen und die Menschen aufmuntern wollen.

Kinderstube auf der Fensterbank

Die Menschen nutzen die Zeit, um ihre Wohnungen und Häuser aufzuräumen, liegen gebliebenes aufzuarbeiten und viele denken über ihr Leben und ihre Gewohnheiten nach.

Tomatenstangen

Auch ich nutze die Zeit, um meinen Gemüsegarten endgültig »sommerreif« zu machen und gestern Abend bin ich endlich fertig geworden – alles ist gesät und kann nun wachsen und gedeihen. Und auch ein neues Projekt gesellt sich hinzu – ein Heilkräutergarten.

Meine Kräuteröle

Ich hatte das Glück, eine heilkräuterkundige Großmutter zu haben, die nebenbei noch eine exzellente Musikerin war und auch meine Mutter hatte mich, mehr aus Not als aus Notwendigkeit, mit Heilkräutern behandelt und so habe ich das bei meinen Kindern fortgeführt und mein Interesse und meine Kenntnisse sind mit dem Alter immer größer geworden. Nun ist er geplant und die Pflanzen habe ich bei einem nahe gelegenen Biobauern bestellt. Am 1. April sind sie (mit Ausgehschein und aus sicherer Distanz) abholbereit und dann kann das Projekt starten. Einige habe ich ja bereits in meinem Gemüsegarten und ganz viele hinter dem Haus auf meiner Wiese aber jetzt kommen noch Ysop, Tagetes, vietnamesischer Koriander, Zitronenkraut, Angelika, Wermut, Kümmel, Kamille und viele mehr dazu.

Zukünftiger Heilkräutergarten

Ich habe bereits letztes Jahr fleißig Wildkräuter gesammelt und für den Hausgebrauch Öle angesetzt, die im vergangenen Winter schon zum Einsatz gekommen sind. Es macht viel Freude und man fühlt sich ganz nahe an seinem Menschsein.

Futterstelle für Bienen

Jetzt freuen sich meine Hunde schon tierisch auf einen kleinen Spaziergang (das ist erlaubt) und danach gehts in den Garten, denn da ist noch einiges zu tun.

A bientôt und nicht den Mut verlieren

Endlich Frühling

Es ist wieder soweit – man wacht auf und … geht auf die Terrasse, atmet die frische Luft ein und mit ihr die Energie des Frühlings. Mit ihm ändert sich auch der Rhythmus des Tages. War vorher der Vormittag Arbeiten im Haus gewidmet schnuppert man jetzt mit der Nase ins Freie, zieht seine Gummistiefel an und beginnt mit der Arbeit.

Alte Beete werden gereinigt, darauf wird eine Schicht kompostiertes Laub gegeben und Erde mit dem Pferdemist vom letzten Jahr vermischt und darauf geschichtet. Als letztes kommt Grasschnitt vom Garten.

Beim Nachbarn holen wir die Stangen für die Tomaten, die Bohnen, Gurken und Zucchini (alles mit Ausgehschein, falls das Unmögliche eintritt und die Gendarmerie kontrollieren sollte) und die ersten Samen werden direkt ausgesät.

Immer wieder bin ich begeistert vom Lärm der Bienen, Hummeln und sonstiger Insekten, die die ausgewachsenen Gemüsepflanzen dankend annehmen. Diese werden entfernt, wenn es genug andere Blüten gibt, damit sich diese nach dem Winter ernähren können. Die Vögel starten ihr Morgenkonzert und begleiten die Gartenarbeit mit ihrem Konzert, kurz unterbrochen von geschäftigem Hundegebell.

Am Abend schmerzt der Rücken und die Kniegelenke vom vielen Bücken, sogar die Hände haben Muskelkater aber das ist es Wert denn es wird nicht mehr lange dauern, dann kann man ernten und gemeinsam die Früchte seiner Arbeit genießen. Das ist es für mich – das wahre Leben.

A bientôt

Ein paar Worte zu den Bienen

Wenn man die ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling auf seiner Haut spürt dann beginnt nicht nur eine magische Explosion der Natur sondern man hört auch ein geschäftiges Summen und Brummen. In meinem Gemüsegarten mache ich mir den »Trick« der alten Bäuerinnen zu eigen, um mehr Bienen zum Bestäuben in den Garten zu locken – ich pflanze ganz ganz viele Blumen am Rand und auch mittendrin, was nicht nur wunderschön ist, sondern auch den Bienen hilft. Und ich lasse das alte Gemüse stehen, damit es auswachsen kann und die Bienen sind sehr dankbar dafür und »nutzen« dieses Sonderangebot mit Begeisterung.

Ohne unsere fleißigen Helferlein hätten wir keine saftigen Erdbeeren, Pfirsiche, Äpfel, süße Kirschen, dunkelblaue Pflaumen und Birnen (in unserem Fall sind sie 100 Jahre alt). Und die erfreuen nicht nur unsere Gaumen sondern auch unser Auge. In meiner langfristigen Planung stehen auch mehrere Blumeninseln auf der Agenda, die ich so bald das Notwendigste erledigt worden ist, in Angriff nehmen kann. Und was ich dieses Jahr noch ausprobieren werde sind verschiedene Arten von Sonnenblumen. Alte Sorten – versteht sich.

Wenn ich unsere Besucher betrachte dann sehe ich Hummeln, Wildbienen (sie sind klein und besonders schützenswert), Hornissen und viele andere Insekten, deren Name ich erst einmal ausfindig machen muss. Aber sie sind da und wenn unsere Blumenwiese blüht dann kommen zahlreiche Schmetterlinge, Zirpen, Grashüpfer, Libellen und Zikaden dazu, die an warmen Sommerabenden wie Musik klingen und mich regelmäßig zum Träumen bringen.

Ich schaffe kleine Wasserinseln im Garten und Unterschlupf bei Regen und zum Überwintern. Mit den Insekten kommen die Vögel und das reichlich. Da braucht man kein Radio mehr, ihre Musik ist schöner als alles andere. Im Sommer gesellen sich noch die Schwalben dazu, die nicht nur als Wetterpropheten ihre Dienste leisten sondern deren Rufe und Flugkünste den Sommer einläuten.

Und das Schöne daran ist, sie halten den Garten im Gleichgewicht – ich brauche keine Pestizide oder andere Giftstoffe, die weder den Tieren noch uns Menschen guttun sondern in hohen Maße schädlich sind – das alles erledigen meine Helfer, denen ich unendlich dankbar bin und denen ich so gute Arbeitsbedingungen als möglich schaffen möchte.

5-Sterne-Hotel für Insekten

A bientôt

Bürgermeisterwahlen

Trüffelzentrum und Salle des Fêtes

Als Europäerin bin ich berechtigt in Frankreich bei den Bürgermeisterwahlen mitzustimmen. Im Vorfeld habe ich mich in die Liste eintragen lassen und war freudig überrascht, wie die Wahlen hier in unserer kleinen Ecke, in Sainte Alvère, ablaufen.

Es waren zwei Kandidaten und beide haben sich bei mir persönlich mit ihrem Programm vorgestellt – das war sehr interessant. Bei dieser Gelegenheit konnte man sehr viel über die Strukturen, den politischen Alltag und den Fortschritt der Region erfahren.

Und gestern war es soweit. Die Wahlen haben in unserem Zentrum des Trüffels stattgefunden. Zwei Bedienstete der Gemeinde haben an der Eingangstür die Wähleranzahl geregelt – einer nach dem anderen wurde eingelassen. Die Menschen waren guter Laune, haben gelacht, Scherze gemacht und … sich nicht geküsst. Das wurde per Dekret vom Gesundheitsminister untersagt und ich muss sagen die Franzosen sind sehr diszipliniert und halten sich daran.

Dann ging es hinein, Hände desinfizieren, Masken und Einmalhandschuhe lagen bereit und der Weg war frei zu den Wahlzetteln – den bevorzugten Kandidaten hat man in das Kuvert gepackt und der andere Kandidat wurde im Papierkorb »entsorgt«. Dann ging es zur nächsten Person – hier wurde nachgesehen, ob man auf der Liste eingetragen ist. Wenn ja weiter zur nächsten Person und dem großen Kasten, dessen Schlitz eine weitere Person öffnete. Das Kuvert wurde feierlich hineingeworfen begleitet von einem lauten »voter«. Danach musste man bei einer weiteren Person (mit einem Einmalkugelschreiber) unterschreiben und wurde an der Hintertür mit einem freundlichen »au revoir« verabschiedet.

Ja ich war stolz, Teil dieser Gemeinde zu sein und auch einen kleinen Beitrag leisten zu können. Danach habe ich noch einen Spaziergang durch unsere Gemeinde gemacht und zum Abschluss Baguette gekauft – was sonst.

Da alle Restaurants und Kaffeehäuser geschlossen sind haben wir diesen herrlichen Sonntag genutzt und bei offener Terrassentüre halb im Freien gegessen und uns einfach unseres Lebens gefreut.

A bientôt

Es braucht nur ein Samenkorn

Gestern, im milden Abendlicht bin ich noch einmal eine kleine Runde durch meinem Gemüsegarten gegangen und war erstaunt um das Wunder der Natur. Im letzten Herbst hatte ich zwei Salatpflanzen, die »ausgewachsen« sind und zu meiner Überraschung haben sie im ganzen Garten ihre Samen gestreut und so habe ich bereits im März viele kleine Salatpflanzen, die dazu noch sehr stark sind. Was lerne ich daraus? Manchmal übernimmt die Natur die »Arbeit« und zum Glück eines Gemüsegartens braucht es nur ein Samenkorn und Zeit.

Heute morgen habe ich mich entschlossen, nicht den vorgeschriebenen Zeiten zu folgen, sondern den Vorgaben der Natur und so werde ich heute meine zwei ersten Beete bereiten und weiter Salat ausstreuen und Tomaten. Ja ich wage es und werde sehen, was passiert. Über den Winter habe ich auch Eierschachteln gesammelt, die ich nun als Pflanzenwiege für einige Basilikumarten verwenden werde-ob es funktioniert? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht aber einen Versuch ist es wert.

Der Rosenkohl, der Grünkohl und der Kohl wachsen sich jetzt auch langsam aus und ich verwende für Suppen und anderes Gemüse, einfach den Strunk und die Blätter und kann nur sagen – es schmeckt wunderbar. Wir sollten es der Natur gleichtun und nichts verschwenden. Außerdem sind die zahlreichen gelben Blüten willkommene Nahrung für Wildbienen und Wildhummeln, die sich schon fleißig betätigen. Und wer weiß – vielleicht streuen sie sich ja auch selbst aus?

Die Ringelblumen haben nicht nur den Winter überdauert und zeigen schon ihre ersten kräftigen Blüten sondern haben auch ihre Samen gestreut und die ersten kleinen Pflänzchen strecken ihre Blätter mutig aus dem Boden. Was ich auch beobachten kann ist, dass die Samen, die sich ihren Platz selbst gesucht haben, besonders stark sind.

Die Erdbeeren haben bereits ihre ersten Blüten und werden von den Bienen und Hummeln schon fleißig bestäubt. Diese kleinen/großen Helferlein brauchen wirklich die Unterstützung des Menschen damit sie ihre Arbeit unbehelligt verrichten können dh naturnah gärtnern, ohne Pestizide und Plätze schaffen, damit sie einen Platz zum Überwinter finden. Dazu kommen abgestorbene Baumstümpfe in den Garten, Steine werden zu Häufchen aufgetürmt und Nischen geschaffen.

Ein Permagarten ist wirklich ein Lehrstuhl im Freien für den es neben Samen und Zeit auch eine gute Beobachtungsgabe braucht und Flexibilität. Nichts ist in Reih und Glied aber alles ist da – irgendwo taucht ein Pflänzchen auf, wo man es am wenigsten erwartet.

Hinter dem Haus explodiert unsere Wildblumenwiese und die Obstbäume stehen in voller Blüte. Sogar der alte Birnbaum, den ich »freigelegt« habe und der über 100 Jahre alt sein soll, treibt schon kräftig aus. Also wenn der alte Herr – oder vielleicht ist es eine Dame – nicht weiß, wann es Frühling ist, wer dann?

Dann nichts wie hinaus in den Garten und à bientôt

Vom einfache(re)n Leben

Unsere Sommerwiese

Als wir hierher in die das Perigord gezogen sind war das auch verbunden mit dem Wunsch nach einem reduzierteren Leben. Der Ballast, den ich mit mir herumschleppte, bereitete mir schon lange kein Vergnügen mehr sondern nur noch Missmut. Die Freude war längst dahin und ich wollte viel von den Dingen, von denen ich einst glaubte, sie dringend zu brauchen, einfach loswerden.

Der Umzug war die erste Gelegenheit, die ich voller Enthusiasmus und voller Energie nutzte, um Dinge loszuwerden – Kleidung (viel), Schuhe (viel), Dekoration (viel), Küchenkram, Bücher … . Jeden Artikel nahm ich ganz bewusst in die Hände und hinterfragte, ob er mir im letzten Jahr Freude bereitet hat und ich ihn gebraucht habe (ist eine Formel). Alles, das diese Frage nicht mit »ja« beantworten konnte wurde verschenkt oder ist auf dem Recyclingmüll gelandet. Zu meiner Schande muss ich bekennen, dass das ziemlich viel war.

Mein komplexer Mann

Im zweiten Schritt habe ich mich entschlossen, nichts mehr zu kaufen, das ich nicht wirklich brauchen würde und um es vorweg zu nehmen, das ist wenig bis gar nichts. Der ganze Wohlstandsschrott verstopft nicht nur unsere Wohnungen sondern auch unsere Leben und raubt uns unsere Zeit. Und um ganz ehrlich zu sein, der Preis, den wir für die unnötigen Dinge bezahlen ist nicht Geld, sondern die Lebenszeit, die wir dafür brauchen, um dieses Geld zu verdienen.

Baden in der Dordogne

Die nächsten Schritte haben sich »quasi« von selbst ergeben

  • Nahrungsmittel alle verarbeiten – das ist einfacher als es sich anhört und vor allem kreativer
  • im Kleinen genießen (Genuss statt Übermaß)
  • mehr Zeit mit lieben Menschen verbringen und sich einfach in die Nacht hinein unterhalten (… und nicht jede Unterhaltung muss Sinn machen)
  • mehr Qualität statt Quantität (ein Paar guter Gummistiefel genügt für viele Jahre)
  • einfach in den Tag hinein leben – weniger planen und vor allem nicht perfekt sein wollen (ein Ziel das man sowieso nie erreicht)
  • zufrieden und dankbar sein für das, was man hat
  • unter seinen Verhältnissen leben dh auch zu wissen, dass immer noch Luft nach unten ist
  • Gewohnheiten und Einstellungen ändern (dazu werde ich gesondert schreiben)

In Summe bedeutet das Schlüsselwort »Einfachheit« und diese Einfachheit entrümpelt nicht nur das Äußere sondern auch das Innere. Letztendlich sind es die kleinen Dinge, die das Leben bereichern und das Glück, das wir spüren, wenn wir einem Vogel bewusst zuhören kann kein noch so tolles Shoppingcenter wettmachen.

A bientôt

Vom Glück des Gärtners

»Willst du einen Tag lang glücklich sein, betrinke dich
Willst du ein Jahr lang glücklich sein, heirate
Willst du ein Leben lang glücklich sein ... dann lege einen Garten an« (chin.Sprichwort)

… wie wahr denke ich. Gärtnern ist wahrlich ein Glück. Man versinkt ganz in dem was man tut und am Ende des Tages hat man Rückenschmerzen, schmutzige, rissige Hände, man riecht nach Schweiß, hat wirres Haar und ist einfach … glücklich.

Immer und immer wieder umrundet man den Garten wie ein Raubtier, dass auf seine Beute wartet, hält nach dem Licht und den Sonnenstrahlen Ausschau, versucht sich an die Schatten der Bäume zu erinnern, um letztendlich den besten Platz für die Blumen im Bauerngarten zu finden. Die vom letzten Jahr kommen schon durch die Erde und heuer habe ich mich entschlossen, Dahlien und Begonien auszupflanzen. »Zufällig« bin ich an einer Gärtnerei vorbeigefahren und »zufällig« hatten sie diese im Sonderangebot – 20 Stück.

Der Frühling nähert sich mit Riesenschritten, die Bäume schlagen schon seit Wochen aus, der Bauer bearbeitet sein Feld und ich bekomme es eilig. Heute morgen bin ich im Bett gelegen und habe mir akribisch die nächsten Schritte überlegt. Mit dem ersten Morgentee habe ich die Samen ordentlich geordnet und vor meinem geistigen Auge alles erblühen lassen.

Letzten Herbst habe ich Pferdemist von einer Western-Horse-Farm in unserer Nähe erworben, vor ein paar Tagen mit unserer Erde vermischt, über den Winter haben wir Holzasche und Laub gesammelt und jetzt wartet – im wahrsten Sinne – ein Riesenberg auf seine Verarbeitung. Ach ja und da sind die Stöcke für die Tomatenstauden, die müssen gesetzt werden, Eierschalen habe ich schon den ganzen Winter über gestreut und irgendein unbekanntes Gemüse hat sich auch breit gemacht … mal sehen was daraus wird. Und ich bin auf der Suche nach Sonnenblumen, alte Sorten … der Knoblauch sprießt bereits – und die Samen von Paprika und Chilis warten auf ihre Aussaat und und und… . Und ich darf nicht vergessen vorher/nachher Fotos zu machen denn schließlich will die Mühe auch dokumentiert sein. Aber jetzt raus – die Dahlien und die Begonien warten …

Bis bald

Markttag am Weltfrauentag

Gestern war Weltfrauentag und ich besuche gleichzeitig einen meiner Lieblingsmärkte in St. Cyprien und mein Mann hat sich zu diesem besonderen Anlass entschlossen, mich zum Essen einzuladen.

Der Morgen war noch ein wenig verregnet aber ab dem späten Vormittag schien das Wetter vielversprechend zu werden. Die Sonne wollte sich zeigen und ihre Wärme ist deutlich zu spüren und sie tut gut.

Wenn ich in den Supermarkt gehe, habe ich immer eine Einkaufsliste dabei und sehe, dass ich so schnell wie möglich wieder hinauskomme. Bei den Märkten ist das völlig anders, hier brauche ich keine Einkaufsliste, denn alle die wunderschönen Stände sind eine einzige Inspiration. Meine »innere« Einkaufsliste wächst von Stand zu Stand, bei den vielen wunderbaren Angeboten bin ich einerseits hier aber auch ein wenig zeitgleich schon in der Küche und auf dem Esstisch.

Meistens parke ich am östlichen Ende unter der Altstadt bei der Bank, um mich bis zum finalen Höhepunkt am Stadtbrunnen »durchzuarbeiten«, wie praktisch, dass es dort ein gutes Restaurant gibt, in dem man herrlich essen kann und eine super Aussicht auf das Marktgeschehen hat.

Der Frühling nähert sich in Riesenschritten und man bekommt große Lust auf Frisches. Ich selbst habe in meinem Garten noch reichlich Gemüse (Grünkohl, Kohl, Mangold, Rosenkohl und Rhonen) aber ich lasse mich immer gerne überraschen, was ich noch ergänzen kann.

Als Biofreak werde ich in unserer Ecke mehr und mehr fündig dh es gibt vermehrt junge Landwirte, die sich mit viel Energie und Enthusiasmus auf das Abenteuer BIO einlassen und ich kaufe IMMER bei ihnen ein wie zB bei Christoph, der nicht nur Landwirt sondern auch Fotograf ist. Um ganz ehrlich zu sein, bin ich ein sehr neugieriger Mensch und mich interessieren die Menschen und ihre Geschichten, die sich hinter den Marktständen verbergen. Das wird sicher eines meiner nächsten Projekte werden und ich kann es kaum erwarten, mehr über sie zu erfahren, ihr Leben, ihre Geschichten und ihre Träume.

Auch einige »Ausländer«, die sich in das Perigord verliebt haben und einfach hier geblieben sind, verkaufen ihre kreativen und leckeren Produkte wie zB Elmar und seine Frau (der Name verrät es, er ist aus Deutschland), die mit selbst zubereiteten Köstlichkeiten meinen Küchenalltag erleichtern.

Und am Ende steht ein voller Einkaufskorb und der versprochene Besuch im Restaurant. Mein Mann freut sich immer auf die regionalen Köstlichkeiten mit Fleisch und ich, als eingefleischte langjährige (35 Jahre) Vegetarierin auf die Variationen ohne Fleisch wie zB gebackener Camembert, der im Ganzen auf dem Teller serviert wird (ohne Panier), herrlich riecht und geschmolzen, mit einem köstlichen Baguette, alle Geschmacksknospen zum erblühen bringt. Ein Gläschen Rosé rundet unser »Festmahl« zum Frauentag ab. Aber das ist ein anderes Thema.

A bientôt

Sturm im Paradies

Seit Tagen regnet es in Strömen und der Wind weht so stark, dass man manchmal das Gefühl hat, das Dach würde davonfliegen. Alles was mich an Tagen wie diesen aus dem Haus treibt ist ein kleiner Spaziergang, der Weg zum Vogelhäuschen um die Vögel zu füttern (das mach‘ ich im Gemüsegarten von Zeit zu Zeit) und um ganz einfach die Natur zu spüren.

Natürlich muss ich vorsichtig sein, denn es gibt sehr viele Bäume hier und manche sind schon sehr alt – herabfallende Äste sind gefährlich. Doch ich liebe den Gesang des Windes in den Bäumen, seine Stärke (manchmal habe ich das Gefühl er bläst mich fort) und seine reinigende Wirkung.

Nach Stürmen wie diesen sind die Bäume frei von den alten, morschen Ästen, die Wiesen von den gefallenem Laub des Winters und sogar die Blumen versuchen ein bisschen den Wind in der Nase zu spüren, denn sie strecken, just wenn er über das Land streift, ihre Köpfe neugierig heraus.

Bei einem solchen Wetter ist man alleine – ich bin mir sicher, die wenigen die mich draußen sehen halten mich für ein wenig verrückt. Man spürt die Regentropfen im Gesicht, man atmet tief durch und fühlt … Leben und eine große Ruhe breitet sich in meinem Inneren aus.

Wenn ich zurück komme, mache ich immer eine kleine Runde durch den Gemüsegarten (ich weiß, das täglich Wachstum bewegt sich im Millimeterbereich aber …) und dabei konnte ich schon einige wunderbare Dinge entdecken. Der Borretsch hat sich heuer selbst ausgesät – ich bin sooo stolz. Die Ringelblumen haben bereits ihre ersten Blüten, der Schnittlauch ist schon reif zum ersten Schnitt, die Erdbeeren wagen sich schon heraus, die Mirabellen sind voller weißer Blüten und die Himmelschlüssel bedecken die Felder wie ein kleiner gelber Teppich.

Drinnen laufen auch schon die Vorbereitungen für den Frühling – ich nähe neue Überzüge für die Gartenmöbel. Auf dem Markt in St. Cyprien konnte ich einige schöne Sommerstoffe kaufen und die werden jetzt verarbeitet – schließlich sollte sich das Licht des Südens auch im Hausinneren zeigen können.

A bientôt

Unsere Hunde

Ein Lieblingsplatz im Winter – gut aufgeteilt

Seit ich denken kann hatte ich Hunde. Oh nein ich habe nichts gegen Katzen, auch sie haben mein Leben begleitet – aber Hunde waren immer da. Ich habe nie einen gekauft, sie sind immer, irgendwie, zu mir gekommen.

Vor 20 Jahren habe ich dann meinen ersten Freund vom Tierheim abgeholt. Ich habe keinen Sinn darin gesehen, hunderte von Euro für einen Hund aus einer Zucht auszugeben, wo es doch so viele arme Kreaturen in den Tierheimen gibt, die, oftmals schon seit Jahren, ein neues Zuhause suchen. Und, um es vorweg zu nehmen, wir wurden nie enttäuscht.

Funky & Katja ein paar Tage vor ihrem Abschied

Vor 10 Jahren war es wieder soweit – Funky (eine Mischung aus irgendwas) und Milka (eine Beagle-Dackel Mischung, ja ja stur steht ihr auf der Stirn geschrieben), ein und drei Jahre alt, wurden von uns abgeholt. Irgendwann habe ich einen Anruf aus dem Tierheim bekommen, sie hätten noch eine ältere Yorkshire-Dame (9 Jahre), die als Zuchthund benutzt wurde, 100 Babys gebar und jetzt »entsorgt« wurde. Natürlich habe ich ja gesagt. Sie hatte noch neu wunderschöne Jahre mit uns und ist letzten Herbst – hochbetagt und senil – über den Regenbogen gegangen.

Katja – nachdem sie von uns gegangen ist

Ich wollte sie nicht »ersetzen« aber wenn ein Hündchen uns findet, werde ich es sicher nicht abweisen, war meine Devise. Und Ihr ahnt es bereits – sie hat uns gefunden und es war ein Chihuahua – Lady (na ja Nomen est Omen)! Eigentlich eine Hunderasse, von der ich nicht viel gehalten habe. Aber, man sollte nie nie sagen, das sollte ich eigentlich schon gelernt haben. Ein Scheidungshund, dessen Besitzer einen Notruf abgesetzt hatte, denn einen Tag später wäre auch sie im Tierheim gelandet (sie war in einer kleinen Wohnung alleine und hat den ganzen Tag gebellt, da der Besitzer arbeiten musste und da hatten die Mitbewohner ihm ein Ultimatum gestellt).

Es ist schön, am Morgen von einer Fellnase geweckt zu werden. Lady ist erst vier Jahre alt und animiert die beiden älteren (10 und 12) zum Spielen, macht Faxen und bringt uns alle zum Lachen. Mit den großen mache ich fast täglich einen Spaziergang durch den Wald und die angrenzenden Wiesen und die Kleine darf mit auf die Märkte.

Es ist schön, wenn man von einem Essen nach Hause kommt und ein Empfangskomitee wartet und alle freuen sich, als ob wir eine Weltreise gemacht hätten. Sie fühlen mit, wenn man einmal traurig ist, sie wachen über uns, wenn der Briefträger kommt und ganz allgemein – ich könnte mir ein Leben ohne meine Vierbeiner nicht vorstellen.

Tja und gerade sind wir dabei, bei »SOS Poule« ein paar ehemaligen Batterie – Legehennen einen schönen Platz im Freien zu gestalten (Häuschen und Zaun muss wegen der Wildtiere sein) und einem Esel und einem Pferd (beide aus dem Tierschutz) noch einen schönen Lebensabend zu bieten. Aber das wird eine andere Geschichte.

Die Resistance

So ein bisschen Widerstand gibt es in Frankreich ja immer. Kein Gesetz, das verabschiedet wird, ohne dass es mehr oder weniger kräftige Streiks gibt, keine Wahl, über die heftig diskutiert wird, keine gesellschaftlichen Ereignisse, ohne eindeutige Solidaritätsbekundungen und fremd bestimmen wollen sich die Franzosen schon gar nicht lassen. So war es auch im 2. Weltkrieg, in der Resistance.

Unser Nachbar, der Altbauer, war ein Kind, dessen Vater stark in der Resistance tätig war. Er war ein kleiner Junge und ihm wurde die Aufgabe zuteil, Nachrichten und Essen zu übermitteln.

Dazu gab es Schleichwege, von unserem Hameau, durch den Wald und voilà – plötzlich waren wir da, in einem kleinen Zentrum des Widerstandes – einem Ort, versteckt im Wald, wo die Männer die Befreiung Frankreichs vom Naziregime vorbereiteten.

Nachdem der Altbauer es mir gezeigt hatte wollte ich mit meinem Mann einen Spaziergang dorthin machen und uns bot sich eine große Überraschung. Der Wald war voll belebt, mit Menschen, die die Kleidung aus jener Zeit trugen, zwei alte Citroens aus den 30-er Jahren standen dort, Fahrräder, Essensboxen, die Schutzhütten waren original nachgebaut, es gab Funkgeräte, Betten, Waffen und … ein paar Esstische.

Ein kleines Dorf hat sich aufgetan, in der Männer aus ganz Frankreich, jung und alt, die Erinnerung aufrecht erhalten und die Geschichten von diesem Ort, von diesen Menschen, von dieser Zeit originalgetreu erzählen und auf alle Fragen eine Antwort haben.

Ich hatte viele Fragen und war beeindruckt, mit wie viel Begeisterung sie ihre Geschichte(n) weitergaben.

Es wurde Suppe in den alten Töpfen gekocht, so wie damals, mit Gemüse und Brot dazu und … der Wein durfte natürlich nicht fehlen.

Wir haben mitgegessen und mitgetrunken, die Begeisterung um uns herum aufsaugt und in diesem Moment habe ich sie verstanden – die Macht des Widerstandes.

Vom Nationalheiligtum der Franzosen und anderen Eigentümlichkeiten

Gestern Vormittag bin ich nach Bergerac gefahren um ein paar Besorgungen zu machen, unter anderem das Hundefutter für unsere drei Vierbeiner zu kaufen, und was habe ich da vor dem Fachgeschäft gesehen? Einen Baguetteautomaten!!

Baguette zählt wirklich zu den Nationalheiligtümern der Franzosen. Im Fernsehen gibt es einstündige Sendungen, die sich mit der Qualität der Brotes befassen dh es wird durchgeschnitten, das Innere mit fast wissenschaftlicher Genauigkeit erklärt und gleichzeitig erörtert wie es nicht aussehen sollte.

Jedes Jahr wird einer Bäckerei in Frankreich die Ehre zuteil, das geliebte Brot für ein Jahr lang an den »Palais de L’Élysée« zu liefern. Diese wird dann im Fernsehen vorgestellt und man kann sich vorstellen, wie das Geschäft ab da läuft. Es gibt auch wöchentliche Sendungen, in der sich Bäckereien einem Wettbewerb unterziehen, natürlich unter dem strengen Auge von Sterne-Köchen, den sogenannten Chefs, und unter welchen Kriterien am Ende ein Sieger hervorgeht, dessen Stolz fast nicht zu überbieten ist.

Und gestern abends war es wieder soweit – unsere Nachbarn haben uns zu einem »einfachen« Abendessen eingeladen. Dass es alles andere als einfach ist, haben wir nun schon oft erfahren dürfen. Es gibt einen Aperitif (in Frankreich wird man durch diesen schon fast satt), eine Vorspeise (Suppe), eine Hauptspeise, Käse, eine süße Nachspeise und danach Kaffee.

Die Besonderheit beginnt mit der Suppe, an deren Ende das sogenannte »Cabrol Vin« stattfindet, einer alten und weiterverbreiteten Tradition aus dem Perigord. In die Suppe wird Rotwein gegossen und dieser dann ohne Löffel ausgeschlürft. »L’eau de vie« (Wasser des Lebens klingt irgendwie besser als Schnaps) über das Speiseeis gegossen (dem ich mich allerdings enthalte) und zum Pudding süße Teigtaschen gegessen.

Es ist schon fast müßig zu sagen, dass wir nach Mitternacht unser Haus aufgesucht haben und satt und zufrieden ins Bett gefallen sind. Ich bin gespannt, was für Besonderheiten sich hier noch auftun aber das werden wir ja sehen.

A bientôt

Von der Zeit

Seit Tagen mühe ich mich an einer verwilderten Ecke unseres Grundstückes ab, um es von wilden Brombeeren und allerlei anderem Gewächs zu befreien und um endlich an die vielen Zwetschgenbäume heranzukommen. Es ist eine Sisyphusarbeit und ich sehe aus als ob ich in ein Rosennest gefallen wäre – überall zerstochen. Doch während ich Wildwuchs um Wildwuchs entferne kommen Überraschungen zutage. Alte Weinstöcke, deren Ausläufer bis hoch in die Bäume gewachsen sind (die Vögel mögen mir verzeihen) und seltene Blumen, deren Namen ich noch herausfinden muss. Aber eines überragt alles – die vielen Menschen, die den Weg am unteren Ende säumen. Das hab‘ ich noch nicht gewusst, welch reges Treiben hier herrscht.

Da ist die Jungbäurin, auf dem Weg nach Sainte Alvère. Sie parkt ihr Auto kurzerhand in der Wiese und erzählt mir die neuesten Ereignisse. Kurz darauf halten ihre Cousins, die selbst Wein und Nussöl herstellen und mir sofort sagen, welcher Stock noch in Ordnung ist und wie ich ihn schneiden soll und vor allem welche Bäume abgestorben sind und den anderen nur das Licht wegnehmen. Ein wenig später einer unserer Bürgermeisterkandidaten, diesmal muss ich zum Auto hin um ihn zu begrüßen und lerne ganz nebenbei einen anderen Nachbarn kennen, der ganz in der Nähe in einem Waldstück wohnt. Und dann kommt Eva, ein Althippie, die sich in den 60-er Jahren in einen Ökobauern und das Land verliebt hat und seitdem hier lebt. Ab und an trinkt sie einen Tee bei mir und isst ein Stück selbstgemachten Kuchen, wofür sie mir einen Pfirsichbaum geschenkt hat – eine ganz alte Sorte. Diese habe ich gepflanzt und wollte ihr das natürlich zeigen. Ihre Bäume sind ein wenig wie Kinder für sie. Dann hat der Altbauer gehalten und meine Arbeit begutachtet, um mir schließlich ein Lob auszusprechen, was mich sichtlich stolz gemacht hat und dann noch sein Sohn in seinem neuen Traktor mit Stereoanlage. Auch er bleibt stehen und wir plaudern.

Was mir auffällt – jeder hat hier Zeit, keiner ist in Eile auch wenn gekocht, eingekauft, die Kühe versorgt, Holz geschnitten oder andere Arbeiten verrichtet werden müssen. Zeit, von der schon der Philosoph Seneca meinte, dass es das wertvollste Gut des Menschen sei und diese es achtlos verschleudern, ohne sich über deren Wert bewusst zu sein. Gödel hat bewiesen, dass die Allgemeine Relativitätstheorie (die ART) auch Formen der Raumzeit kennt, die es unmöglich machen, zwischen Vergangenheit und Zukunft zu unterscheiden – dem hatte sogar Einstein nichts entgegenzusetzen.

Ganz plötzlich fällt mir auf, dass auch für mich die Zeit eine andere Bedeutung bekommen hat. Ich nehme sie mir einfach, für andere, für mich selbst, für unsere Hunde, für Pläne, für das Schreiben, für den Garten, für Träume und für das Hier und Jetzt. Und ganz nebenbei habe ich Zeit, dem Gesang der Vögel zu lauschen und glücklich in mich hineinzulächeln. Danke – Ihr alle seit meine Lehrmeister und Ihr habt mir, ohne es zu wissen, ein großes Lehrstück für ein glückliches Leben erteilt.

Eine mystische Begegnung

An unserem letzten Hochzeitstag wollte ich, entgegen unserer langjährigen Tradition, das Restaurant für unser kleines Essen aussuchen. Ich habe dazu eine Ecke ausgewählt, die wir noch nicht so gut kannten die aber ganz in der Nähe des Roque Saint Christoph ist, diesem überdimensionalen Felsen mit seinem Höhlensystem, in dem die Menschen von der Steinzeit bis ins Mittelalter Schutz und Wärme fanden.

Wie so oft hier in Frankreich, waren wir die ersten Gäste. Typisch Ausländer halt eben, denn die Franzosen kommen erst ein wenig später. Aber das hat auch seine Vorteile. Und dieses Mal sollte es einen ganz besonderen haben.

Ich habe das Restaurant auch deshalb ausgewählt, weil es als eins der wenigen vegetarische Speisen anbietet. Wir haben also am schönsten Tisch Platz genommen und als wir noch gemütlich beim Aperitif waren ging die Türe auf und drei buddhistische Mönche in ihren typischen orangen Gewändern, gefolgt von zwei Damen, kamen zur Türe herein und haben genau neben uns Platz genommen.

Die Ladys waren von einer Zeitung und haben einen der Mönche interviewt und als ich genau hingesehen habe, hat es mir fast den Atem genommen. Es war Matthieu Ricard, von dem ich schon einige Bücher gelesen hatte und der als französischer Übersetzer des Dalai Lama fungiert. Aber was machte er hier?

Das Essen war phantastisch, der Wein wunderbar und mit einem halben Ohr war ich natürlich, gemeinsam mit meinem Mann, beim Interview. Und so haben wir ganz nebenbei sozusagen mitbekommen, dass seine Mutter hier lebt und es einige kleine buddhistische Klöster gibt.

Meine Neugier war geweckt und der Sherlock Holmes in mir wollte mehr wissen. Dank Google habe ich herausgefunden, dass sich östlich von uns zwei Klöster befinden, eines davon das Dhagpo Kagyu Ling, nördlich eines das ich noch nicht kenne und im Westen ein großes, das Kloster von Thich Nhat Hanh, von dem ich ebenfalls einige Bücher lesen durfte. Diese beiden habe ich inzwischen besucht und ein jeweils interessantes, inspirierendes und lehrreiches Wochenende dort verbracht – aber das ist eine andere Geschichte.

Ob ich meinen Nachbarn davon erzählt habe? Ja und sie haben ein wenig ungläubig geguckt aber dann habe ich Ihnen erzählt, dass es auch weibliche Mönche gibt, die sogar Kinder haben und mit ihren Familien leben aber sich eben dem Studium des Buddhismus verschrieben haben und das Ergebnis ihres Studium mit anderen teilen und wer weiß, vielleicht kommt die Jungbäurin einmal mit? Was sie allerdings wirklich über mich dachten kann ich nur vermuten.

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