Monat: Februar 2020

Vom Nationalheiligtum der Franzosen und anderen Eigentümlichkeiten

Gestern Vormittag bin ich nach Bergerac gefahren um ein paar Besorgungen zu machen, unter anderem das Hundefutter für unsere drei Vierbeiner zu kaufen, und was habe ich da vor dem Fachgeschäft gesehen? Einen Baguetteautomaten!!

Baguette zählt wirklich zu den Nationalheiligtümern der Franzosen. Im Fernsehen gibt es einstündige Sendungen, die sich mit der Qualität der Brotes befassen dh es wird durchgeschnitten, das Innere mit fast wissenschaftlicher Genauigkeit erklärt und gleichzeitig erörtert wie es nicht aussehen sollte.

Jedes Jahr wird einer Bäckerei in Frankreich die Ehre zuteil, das geliebte Brot für ein Jahr lang an den »Palais de L’Élysée« zu liefern. Diese wird dann im Fernsehen vorgestellt und man kann sich vorstellen, wie das Geschäft ab da läuft. Es gibt auch wöchentliche Sendungen, in der sich Bäckereien einem Wettbewerb unterziehen, natürlich unter dem strengen Auge von Sterne-Köchen, den sogenannten Chefs, und unter welchen Kriterien am Ende ein Sieger hervorgeht, dessen Stolz fast nicht zu überbieten ist.

Und gestern abends war es wieder soweit – unsere Nachbarn haben uns zu einem »einfachen« Abendessen eingeladen. Dass es alles andere als einfach ist, haben wir nun schon oft erfahren dürfen. Es gibt einen Aperitif (in Frankreich wird man durch diesen schon fast satt), eine Vorspeise (Suppe), eine Hauptspeise, Käse, eine süße Nachspeise und danach Kaffee.

Die Besonderheit beginnt mit der Suppe, an deren Ende das sogenannte »Cabrol Vin« stattfindet, einer alten und weiterverbreiteten Tradition aus dem Perigord. In die Suppe wird Rotwein gegossen und dieser dann ohne Löffel ausgeschlürft. »L’eau de vie« (Wasser des Lebens klingt irgendwie besser als Schnaps) über das Speiseeis gegossen (dem ich mich allerdings enthalte) und zum Pudding süße Teigtaschen gegessen.

Es ist schon fast müßig zu sagen, dass wir nach Mitternacht unser Haus aufgesucht haben und satt und zufrieden ins Bett gefallen sind. Ich bin gespannt, was für Besonderheiten sich hier noch auftun aber das werden wir ja sehen.

A bientôt

Von der Zeit

Seit Tagen mühe ich mich an einer verwilderten Ecke unseres Grundstückes ab, um es von wilden Brombeeren und allerlei anderem Gewächs zu befreien und um endlich an die vielen Zwetschgenbäume heranzukommen. Es ist eine Sisyphusarbeit und ich sehe aus als ob ich in ein Rosennest gefallen wäre – überall zerstochen. Doch während ich Wildwuchs um Wildwuchs entferne kommen Überraschungen zutage. Alte Weinstöcke, deren Ausläufer bis hoch in die Bäume gewachsen sind (die Vögel mögen mir verzeihen) und seltene Blumen, deren Namen ich noch herausfinden muss. Aber eines überragt alles – die vielen Menschen, die den Weg am unteren Ende säumen. Das hab‘ ich noch nicht gewusst, welch reges Treiben hier herrscht.

Da ist die Jungbäurin, auf dem Weg nach Sainte Alvère. Sie parkt ihr Auto kurzerhand in der Wiese und erzählt mir die neuesten Ereignisse. Kurz darauf halten ihre Cousins, die selbst Wein und Nussöl herstellen und mir sofort sagen, welcher Stock noch in Ordnung ist und wie ich ihn schneiden soll und vor allem welche Bäume abgestorben sind und den anderen nur das Licht wegnehmen. Ein wenig später einer unserer Bürgermeisterkandidaten, diesmal muss ich zum Auto hin um ihn zu begrüßen und lerne ganz nebenbei einen anderen Nachbarn kennen, der ganz in der Nähe in einem Waldstück wohnt. Und dann kommt Eva, ein Althippie, die sich in den 60-er Jahren in einen Ökobauern und das Land verliebt hat und seitdem hier lebt. Ab und an trinkt sie einen Tee bei mir und isst ein Stück selbstgemachten Kuchen, wofür sie mir einen Pfirsichbaum geschenkt hat – eine ganz alte Sorte. Diese habe ich gepflanzt und wollte ihr das natürlich zeigen. Ihre Bäume sind ein wenig wie Kinder für sie. Dann hat der Altbauer gehalten und meine Arbeit begutachtet, um mir schließlich ein Lob auszusprechen, was mich sichtlich stolz gemacht hat und dann noch sein Sohn in seinem neuen Traktor mit Stereoanlage. Auch er bleibt stehen und wir plaudern.

Was mir auffällt – jeder hat hier Zeit, keiner ist in Eile auch wenn gekocht, eingekauft, die Kühe versorgt, Holz geschnitten oder andere Arbeiten verrichtet werden müssen. Zeit, von der schon der Philosoph Seneca meinte, dass es das wertvollste Gut des Menschen sei und diese es achtlos verschleudern, ohne sich über deren Wert bewusst zu sein. Gödel hat bewiesen, dass die Allgemeine Relativitätstheorie (die ART) auch Formen der Raumzeit kennt, die es unmöglich machen, zwischen Vergangenheit und Zukunft zu unterscheiden – dem hatte sogar Einstein nichts entgegenzusetzen.

Ganz plötzlich fällt mir auf, dass auch für mich die Zeit eine andere Bedeutung bekommen hat. Ich nehme sie mir einfach, für andere, für mich selbst, für unsere Hunde, für Pläne, für das Schreiben, für den Garten, für Träume und für das Hier und Jetzt. Und ganz nebenbei habe ich Zeit, dem Gesang der Vögel zu lauschen und glücklich in mich hineinzulächeln. Danke – Ihr alle seit meine Lehrmeister und Ihr habt mir, ohne es zu wissen, ein großes Lehrstück für ein glückliches Leben erteilt.

Eine mystische Begegnung

An unserem letzten Hochzeitstag wollte ich, entgegen unserer langjährigen Tradition, das Restaurant für unser kleines Essen aussuchen. Ich habe dazu eine Ecke ausgewählt, die wir noch nicht so gut kannten die aber ganz in der Nähe des Roque Saint Christoph ist, diesem überdimensionalen Felsen mit seinem Höhlensystem, in dem die Menschen von der Steinzeit bis ins Mittelalter Schutz und Wärme fanden.

Wie so oft hier in Frankreich, waren wir die ersten Gäste. Typisch Ausländer halt eben, denn die Franzosen kommen erst ein wenig später. Aber das hat auch seine Vorteile. Und dieses Mal sollte es einen ganz besonderen haben.

Ich habe das Restaurant auch deshalb ausgewählt, weil es als eins der wenigen vegetarische Speisen anbietet. Wir haben also am schönsten Tisch Platz genommen und als wir noch gemütlich beim Aperitif waren ging die Türe auf und drei buddhistische Mönche in ihren typischen orangen Gewändern, gefolgt von zwei Damen, kamen zur Türe herein und haben genau neben uns Platz genommen.

Die Ladys waren von einer Zeitung und haben einen der Mönche interviewt und als ich genau hingesehen habe, hat es mir fast den Atem genommen. Es war Matthieu Ricard, von dem ich schon einige Bücher gelesen hatte und der als französischer Übersetzer des Dalai Lama fungiert. Aber was machte er hier?

Das Essen war phantastisch, der Wein wunderbar und mit einem halben Ohr war ich natürlich, gemeinsam mit meinem Mann, beim Interview. Und so haben wir ganz nebenbei sozusagen mitbekommen, dass seine Mutter hier lebt und es einige kleine buddhistische Klöster gibt.

Meine Neugier war geweckt und der Sherlock Holmes in mir wollte mehr wissen. Dank Google habe ich herausgefunden, dass sich östlich von uns zwei Klöster befinden, eines davon das Dhagpo Kagyu Ling, nördlich eines das ich noch nicht kenne und im Westen ein großes, das Kloster von Thich Nhat Hanh, von dem ich ebenfalls einige Bücher lesen durfte. Diese beiden habe ich inzwischen besucht und ein jeweils interessantes, inspirierendes und lehrreiches Wochenende dort verbracht – aber das ist eine andere Geschichte.

Ob ich meinen Nachbarn davon erzählt habe? Ja und sie haben ein wenig ungläubig geguckt aber dann habe ich Ihnen erzählt, dass es auch weibliche Mönche gibt, die sogar Kinder haben und mit ihren Familien leben aber sich eben dem Studium des Buddhismus verschrieben haben und das Ergebnis ihres Studium mit anderen teilen und wer weiß, vielleicht kommt die Jungbäurin einmal mit? Was sie allerdings wirklich über mich dachten kann ich nur vermuten.

Der Flug der Kraniche

Seit drei Tagen ist es wieder soweit. Sie tauchen mit großem Geschrei und Lärm am Horizont auf und nähern sich mit immer dominanter werdenden Lauten wie eine überdimensionale Wolke in der einsetzenden Dämmerung an – die Kraniche fliegen gen Norden in ihr Sommerquartier. Wir haben das große Glück dass diese wunderbaren Vögel im Herbst und im Frühjahr unser Haus überfliegen. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art, das mir kalte Schauer über den Rücken jagt.

Ihre Formationen sind pfeilförmig, allen voran die erfahrensten und kräftigsten Vögel und ganz hinten die jungen, die man am vermehrten Flattern der Flügel und ihrer Größe deutlich erkennt.

Der Kranich wird als »Vogel des Glücks« bezeichnet und in der keltischen Tradition wurde er für den Hüter des Ogham (keltisches Baumalphabet) gehalten.

Sinnbildlich läutet er eine Wende ein, der Winter ist vorbei und der Frühling mit seiner Wärme, seinem Licht und seiner Fröhlichkeit nähert sich mit Riesenschritten.

Als Krafttier ermahnt er zur Wachsamkeit und zeigt, wie man doch tiefenentspannt dem Leben und seinen Herausforderungen begegnen kann.

In China gilt er als das Symbol der Langlebigkeit und in Japan als Zeichen für Treue, Liebe und langanhaltendes Eheglück.

Legenden zufolge erreicht der Kranich ein greises Alter in dem er ab dem sechshundertsten Jahr keine Nahrung sondern nur mehr Wasser aufnimmt.

Sogar die Shaolin-Mönche gewähren ihm, neben dem Drachen, dem Tiger, dem Leoparden und der Schlange, einen Platz in den BIG FIVE ihrer Standardtiere ein. Zu verdanken hat er das seiner Kraft, seiner Eleganz und seiner Natürlichkeit.

Dann herzlich willkommen Du wunderbarer Vogel!

Vom großen Glück Bäume zu pflanzen

Bäume üben eine besondere Faszination aus. Wir verbinden mit ihnen Empfindungen, die auch in unserem Leben einen großen Platz einnehmen – Stärke, Hoffnung, Langlebigkeit, Beständigkeit, Widerstand gegen die Gezeiten. Sie wecken die Urkraft in uns, sie lehren uns Geduld, Ausdauer und eine Art der Kommunikation, die sich uns nicht sofort erschließt.

Auf unserem Grundstück haben wir einige alte Bäume – Eichen, Pinien, Walnuss- und Haselnussbäume, Tannen und viele alte Obstbäume darunter eine Birne, die laut Nachbar, 100 Jahre alt sein sollte – sie trägt noch immer herrliche Früchte.

In den letzten Tagen war das Wetter herrlich und ich habe die Gelegenheit genutzt, »meine« Bäume zu pflanzen. Einen Olivenbaum, den ich seit 18 Jahren habe und der alle Wetterunbillen bereits bestanden hat vom Frost über Hagel und Schnee bis hin zu langen Hitzeperioden. Drei Avocadobäumchen, die ich aus einem Kern gezogen habe und die ebenfalls wettererprobt sind und der Weihnachtsbaum von 2019 dem, wenn es nach mir geht, viele weitere folgen sollten.

Es war anstrengend aber es war schön. Ich hatte das Gefühl etwas für eine kleine Ewigkeit zu pflanzen, etwas, das meinen Kindern und vielleicht Enkeln einmal Freude oder Trost spenden könnte und etwas das einfach Bestand hat. Ich muss zugeben, es hat mich mit großem Stolz erfüllt und seitdem »besuche« ich sie bei jeder Gelegenheit, streife mit meinen Fingern über ihre Blätter bzw. Nadeln und bin einfach nur glücklich.

Den Boden unter den Füßen spüren

Warum zieht man an einen Ort den man umgangssprachlich als den A… der Welt bezeichnen würde? Genau, um sich zu spüren, der Natur nahe und geerdet zu sein, sich auf das Wesentliche zu beschränken, mit seinen Händen zu arbeiten und einfach zu sein.

Wir waren bei unserer Ankunft wild entschlossen, einen biologischen Gemüsegarten auf Basis von Permakultur anzulegen. So war es eine der ersten Dinge die wir gemacht haben, zu sammeln. Folgen wir etwa unbewusst den Spuren unserer Vorfahren? 😊 Da wurde Laub, Altholz, Holzasche und Grasschnitt gesammelt und Pferdemist abgeholt. Danach das Ganze in kreative Formen und Lagen gebracht und endlich konnte ich aussäen.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – ich war sooo stolz, denn wir haben wirklich und können das immer noch, von unserem Garten gekocht und gegessen. Dieses Jahr, und da sind wir gerade dabei, können wir nun darauf aufbauen dh wieder Lagen von Mist, Erde, Schnitt, Laub und Asche darauf geben und dann sollte es genug sein, die Basis ist gelegt.

Übrigens habe ich gerade alte Samen bestellt, von Pascal Poot, der sich mit großer Begeisterung und Hingabe der Aufzucht alter Gemüsesorten widmet da diese besonders resistent sind und sehr wenig Wasser brauchen. Vielleicht ein Modell der Zukunft? Ich hoffe es. Jedenfalls werde ich über die Ergebnisse mit seinen Samen berichten, vor allem im Sommer, wenn es heiß und der Regen weniger wird.

A bientôt

Wie zu Urzeiten – Menschen lieben das Perigord

Es kommen jetzt mehr und mehr Menschen hierher z.B. ein Künstlerehepaar aus Paris, das dort Karriere gemacht hat und sich, wie so viele, bei einem Urlaub in diesen Landstrich verliebt hat. Da man aber auch hier leben und sein Geld verdienen muss haben sie ein Restaurant eröffnet und veranstalten dort regelmässig Jazz-Konzerte, Ausstellungen etc. und die Künstler kommen und wir profitieren natürlich von einem tollen, vielfältigen Angebot zu super Preisen (in Paris zahlt man das Dreifache).
Es sammelt sich ein buntes Völkchen an aus Individualisten, Intellektuellen, Öko-Begeisterten, Künstlern etc. denn die Gegend ist ja nicht nur wunderschön sondern auch das Zentrum unserer europäischen Vorfahren, des Cro-Magnon Menschen, dessen Spuren man hier überall in den zahlreiche Grotten nachverfolgen kann.

Da ist zum einen Lascaux mit den wunderbaren Höhlenmalereien. Sie wurde geschlossen aber 1:1 in einem naheliegenden Museum in jahrelanger Arbeit von Spezialisten nachgebaut. Man ist ganz verzaubert ob der unglaublich schönen Malereien. Oder der Roque Saint Christophe ein gewaltiger Felsen, in dem die Menschen bis ins Mittelalter gelebt und gearbeitet haben. Die Grotte des Roc de Cazelle, wo man die Menschheitsgeschichte mit Skulpturen und Beschreibungen nachverfolgen bzw. ihnen nachgehen kann oder die Grotte von Maxange, eine riesige Tropfsteinhöhle, die wie eine Kathedrale anmutet.

Ganz in unserer Nähe befindet sich die Höhle Bara Bahau was so viel wie der Mensch und der Bär bedeutet. Jedes Mal, und das ist fast täglich, wenn ich daran vorbei gehe oder fahre, denke ich an die Menschen, die hier vor bis zu 40.000 Jahren gelebt, geliebt, gegessen, gesammelt und gejagt haben und ich komme ein wenig ins Träumen…

Unsere Nachbarn

Nach unserem herzlichen Empfang wurden wir „begutachtet“ , mit einem frechen Augenzwinkern sozusagen. Aber wer sind nun unsere Nachbarn?

Da ist einmal die Jungbäuerin. Sie hat zwei erwachsene Söhne und ein Enkelkind. Sie ist Witwe und lebt seit 25 Jahren in wilder Ehe mit dem Jungbauern zusammen, der wiederum zwei erwachsene Töchter hat. Alle Kinder leben in anderen Teilen Frankreichs, kommen aber regelmäßig zu Besuch. Sie haben drei Hunde.

Die Altbauern, beide 81 Jahre alt und noch sehr aktiv. „Mami“ (Oma im frz.) hat 1x wöchentlich eine Haushaltshilfe fürs „Grobe“, ansonsten stemmt sie alles selbst. „Papi“ macht im Winter Weinfässer für Kunden und traditionelle Holzzäune für den Eigenbedarf und die Nachbarn und im Sommer betreibt er drei Gemüsegärten, arrangiert alles ums und im Haus. Sein Arbeitsplatz ist eine kleine „Cabane“(Hütte) mit Radio, zwei Schlafplätzen für die Hunde (der kleine Hund bleibt bei seiner Frau) und für sich selbst, einem Ofen für den Winter, ein kleines Radio, ein Fläschchen Wein für liebe Besucher und ein Nacktkalender an der Wand. Dieser wird jährlich ersetzt (Geschenk von Freunden).

Ein englisches Ehepaar, das seit 25 Jahren hier lebt. Sie haben drei erwachsene Kinder die auf Jersey und in London leben. Er ist passionierter Flieger und hat als junger Mann die Weltmeisterschaften der U19 im Kanufahren gewonnen. Sie ist Ärztin in Pension, Köchin aus Leidenschaft und beide lieben ihren Garten, den sie voller Hingabe pflegen und erneuern.

Tja und im Mai kommt eine neue Einwohnerin hinzu, von der niemand was weiß, nur dass die Französin ist (aus dem Perigord natürlich) und viele Jahre in Südamerika gelebt hat.

Fortsetzung folgt …

Die Ankunft

Wenn man den Wohnort wechselt ist das eine großartige Gelegenheit seine „Besitztümer“ ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Und Ihr ahnt es schon – es wurde aussortiert und zwar kräftig. Mein neues Leben sollte schlanker beginnen, ohne unnötigen Ballast. Und so war es dann auch. Das Einzige, auf das ich nicht verzichtet habe waren beim Blumen, Sträucher und … mein inzwischen 18-jähriger Olivenbaum, der einen besonderen Platz bekommen sollte. 

Und so bin ich meinem „neuen Leben“ entgegengefahren und – wie ich mir geschworen habe – ohne große Erwartungen.

Bei unserer Ankunft waren alle Einwohner des Hameau anwesend um zu begutachten, was sie wohl alles erwarten wird. An ihren Gesichtern war zu erkennen, dass sie mit dem was sie sahen und hörten zufrieden waren. 

Das Abenteuer konnte beginnen. 

Die ersten beiden Monate haben wir im Gîte der Vorbesitzer gewohnt. Mit 55 m2 ein kleiner Schatz mit allem was dazugehört. Die erste Nacht habe ich das Fenster offen gelassen und da war – NICHTS. Nur Stille und die Jagdschreie des Waldkauzes.

Am nächsten Morgen bin ich, nach einem tiefen und traumlosen Schlaf, vom Gesang der Vögel geweckt worden. Sofort bin ich zur Haustüre gerannt, um im Freien die frische Morgenluft einzuatmen und alles auf mich wirken zu lassen. 

Da standen auch schon die Vorbesitzer, die noch im Haupthaus wohnten, vor uns, um uns im Garten zu einem Frühstück einzuladen. Es war herrlich. 

Bei Sonnenschein, Vogelgezwitscher, Kaffee und Croissants haben wir uns eingestimmt – auf unser Leben in der Dordogne.

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